Befreiung von Netzgebühren: Strom-Großverbraucher sparen zulasten von Verbrauchern

Befreiung von Netzgebühren
Strom-Großverbraucher sparen zulasten von Verbrauchern

Immer mehr energieintensive Konzerne lassen sich von der Netzgebühr für den Stromtransport befreien - damit steigen die Kosten für die Verbraucher deutlich an. Zum Energiesparen verleitet die Regelung die Betriebe nicht.
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BerlinHunderte Unternehmen in Deutschland wollen sich von der Gebühr für den Stromtransport befreien lassen. Nach 23 genehmigten Anträgen 2010 sind von den für 2011 gestellten 281 Anträgen bereits 62 bewilligt, wie aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht. Für 2012 wurden demnach bereits weitere 47 Anträge gestellt. Die Befreiungen für die Konzerne geht zulasten der Privatverbraucher und kleinen Betriebe - denn das Geld, das die großen Verbraucher einsparen, wird auf die kleinen Kunden umgelegt.

Die deutliche Zunahme der Befreiungsanträge geht auf eine Änderung der sogenannten Stromnetz-Entgeltverordnung (StromNEV) zurück. Die Bundesregierung hatte im Zuge der Energiewende in Deutschland die Hürden für die Befreiung von Strom-Großkunden gesenkt. Unternehmen, die mehr als zehn Gigawattstunden Strom pro Jahr verbrauchen und mindestens 7000 Stunden jährlich die volle Leistung beziehen, müssen demnach kein Geld mehr für den Stromtransport der Übertragungsnetz-Betreiber zahlen. Bisher mussten alle Unternehmen die Netzgebühr zahlen, zum Teil schon zu einem vergünstigten Satz.

Der neuerliche Preisnachlass für Großverbraucher wird über eine Umlage finanziert. Die Bundesnetzagentur hat diese für das laufende Jahr auf netto 0,151 Cent pro Kilowattstunde Strom festgesetzt, inklusive Mehrwertsteuer macht das einen Zusatzbeitrag von 0,18 Cent je Kilowattstunde Strom. Für eine Familie mit einem jährlichen Verbrauch von 4000 Kilowattstunden Strom bedeutet das Mehrkosten von 7,20 Euro im Jahr.

Die Nutznießer der neuen Regelung, die befreiten Betriebe, sparen derweil schon kräftig. Den Unterlagen des Wirtschaftsministeriums zufolge werden allein die Betriebe, deren Antrag bereits bewilligt ist, für 2011 schon um über 121 Millionen Euro entlastet. Eine belastbare Abschätzung der endgültigen Summe sei noch nicht möglich, da über viele Anträge noch nicht entschieden sei, schreibt das Ministerium unter Berufung auf die Bundesnetzagentur.

„Die Befreiung der Höchstverbraucher ist noch großzügiger ausgefallen als befürchtet“, kritisierte die Sprecherin für Energiewirtschaft der Grünen-Fraktion im Bundestag, Ingrid Nestle. Immer mehr Unternehmen würden den Braten nun riechen: „Die Zahl der Anträge und damit die drohenden Kosten für uns Verbraucher steigt für 2012 nochmal deutlich an“, warnte Nestle. Zum Energiesparen hingegen verleite die Regelung die Betriebe gerade nicht.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Befreiung von Netzgebühren: Strom-Großverbraucher sparen zulasten von Verbrauchern"

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  • Hallo Sgk...zunächst wird für den umweltschädlichen Solarstrom ca. 20c/kWh als EEG Umlage durch den Verbraucher bezahlt. Die Einspeisung des gem. den Launen des Wetters anfallenden Stroms erfordert Investitionen in die Netze, erfordert Regelenergie. Der umweltschädliche Solarstrom erfordert eine kurzfristige Frequenzstabilisierung. Zahlreiche Kraftwerke werden warm in Bereitschaft gehalten, oder laufen im teuren Lastfolgebetrieb.

    Dann wird der Strom vermarktet und erzielt einen Ertrag an der Strombörse und senkt durch das zusätzliche Angebot den Strompreis was Sie hier zum Besten geben. Das ist vergleichbar der Rückerstattung der Versicherung die Ihnen 50 € zurückgibt nachdem Sie zuvor 1000€ Prämie bezahlt haben.

    Die Betriebskosten für Windmühlen liegen gem. diverser GB etwa bei einem Vierfachen des Stromertrags derselben. Deswegen werden Windmühlen auch regelmässig nach Ablauf der Subventionsperiode ersetzt, Repowering genannt.
    Ob die Betriebskosten der umweltschädlichen Solarzellen den Wert des Zufallsstroms, ca. 1c/kWh, unterschreiten, weiss ich nicht. Allerdings wird abseits einer ökologischen Regulierung kein Versorger an Kleinmengen wertlosen Zufallsstroms interessiert sein. Somit sind die Solarzellen nach der Subventionsperiode zu entsorgender Giftmüll.



    Vandale

  • Vlt sollten Sie erwähnen, dass die erneuerbaren Energien, speziell die Solarenergie, dazu führen, dass Elektrizität an den Energiebörsen immer günstiger wird, wodurch gerade die stromintensiven Betriebe profitieren. Da diese wissen, dass die Kosten der fossilen und nuklearen Kraftwerke weiter steigen, da Rohstoffe weniger verfügbar und Sicherheitsausflagen immer wichtiger werden, ist gerade für die stromintensiven Betriebe eine günstige, erneuerbare Stromversorgung sehr attraktiv, da neben dem Invest dabei keine signifikanten Betriebskosten enstehen.

    ...aber diese Wahrheit passt scheinbar nicht in Ihre RWE/EON-Welt in der erneuerbare Energien die Gewinne des Energieoligopols zusammenbrechen lässt und eine massive konkurrenz für veraltete und unsichere AKWs und KKWs darstellt.

    EON und RWE haben Angst vor Solarenergie!

  • sailing..ich bewundere ihren ökonomischen Sachverstand.

    Die Steuersysteme nahezu aller Staaten sind so konzipiert, dass lediglich der Unternehmensgewinn besteuert wird. Sämtliche Kosten, Personal, Räumlichkeiten, Vormaterialien sind steuerlich vom Gewinn abzuziehen.

    Vielleicht noch ein Schmankerl..Letztlich bezahlt der Arbeitnehmer/Verbraucher alle Steuern, ob Unternehmenssteuer, Mehrwertsteuer, Flugsteuer, Brennelementsteuer...Er bezahlt alle Auflagen für die pösen Konzerne, wie BIMSCH, REACH... Also lasst uns die Steuern für die pösen Unternehmen erhöhen.

    Vandale
    Vandale

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