Der US-Markt wird daher nach Daten von IMS Health heute im wesentlichen von sechs Anbietern dominiert, wobei APP mit einem Marktanteil von 17 Prozent nach Hospira (23 Prozent) als Nummer Zwei gilt. Weitere wichtige Anbieter sind der US-Gesundheitskonzern Baxter, die Boehringer-Ingelheim-Tochter Bedford Pharmaceuticals sowie die Generika-Weltmarktführer Teva und Sandoz .
Im ersten Quartal verbuchte APP ein vergleichsweise moderates Umsatzplus von sechs Prozent. Das Management rechnet aber für das Gesamtjahr mit einer deutlichen Beschleunigung des Geschäfts und einer Umsatzsteigerung um etwa 15 Prozent auf mehr als 730 Mill. Dollar. Grundlage dafür ist unter anderem die Hoffnung auf stark steigende Umsätze mit Heparin, einem Mittel zur Vorbeugung von Thrombosen. Nachdem der Konkurrent Baxter aufgrund von Qualitätsproblemen bei seinen chinesischen Vorlieferanten als Heparin-Anbieter vorläufig ausgefallen ist, gilt APP derzeit als nahezu alleiniger Anbieter auf dem US-Markt. Daran dürfte sich nach Einschätzung von Fachleuten vorerst nichts ändern.
Diese Position hofft das Unternehmen auch in eine weitere Steigerung der Ertragskraft umzusetzen. Das Ebitda wird für 2008 bei rund 300 Mill. Dollar erwartet.
APP wurde 1996 von Patrick Soon- Shiong gegründet. Der Sohn chinesischer Eltern wurde in Südafrika geboren, wanderte später in die USA ein und arbeitete unter anderem als Transplantations-Chirurg. Außer APP hat Soon-Shiong auch das Unternehmen Abraxis Bioscience gegründet. Dem Biotech-Unternehmen will Soon-Shiong künftig mehr Zeit widmen, weswegen er seinen Anteil von 80 Prozent an APP nun an Fresenius verkaufen will.
APP Pharmaceuticals beschäftigt rund 1 400 Mitarbeiter und hat Produktionsstätten in Illinois, New York und Puerto Rico. Zum Portfolio gehören mehr als 100 Medikamente, darunter vor allem Produkte für die Krebsbehandlung, Anästhesie und die Intensivmedizin. shf/tel

