Beginn der Hannover Messe
Industrie zeigt sich bärenstark

Zu Beginn der Hannover Messe zeigt sich die deutsche Industrie so stark wie lange nicht mehr. Die Firmen rechnen im laufenden Jahr mit einem merklichen Wirtschaftswachstum – das nicht zuletzt von einer Belebung der Binnennachfrage getragen werde.

HB HANNOVER. Der BDI erhöhte zum Beginn der weltgrößten Industrieschau am Montag seine Wachstumsprognose für Deutschland leicht auf bis zu zwei Prozent. Das Erreichen dieses Werts machte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, allerdings davon abhängig, dass die Bundesregierung ihr Reformtempo erhöhe. Bisher hatte der BDI ein Wachstum zwischen 1,5 bis 1,8 Prozent für möglich gehalten.

Nur wenn die Koalition aus Union und SPD die bis zu den nächsten Landtagswahlen verbleibende Zeit nutze, könne aus optimistischen Wachstumsprognosen auch ein wirklicher Aufschwung werden, sagte Thumann. Das aktuelle Stimmungshoch in Deutschland sei zunächst nicht mehr als ein Vertrauensvorschuss der Wirtschaft. Diskussionen über Reformen reichten nicht aus. „Wir treten politisch auf der Stelle. Die große Koalition muss sich anstrengen, um mehr Wachstum und Beschäftigung im Land zu ermöglichen“, sagte Thumann, der Fortschritte bei den Vorhaben für den Arbeitsmarkt, bei der Unternehmensbesteuerung, in der Energiepolitik und bei Forschung und Gesundheit verlangte.

Partnerland der diesjährigen Industrieschau ist Indien, das mit rund 340 Firmen die meisten ausländischen Aussteller stellt, gefolgt von China. Insgesamt präsentieren sich 5175 Aussteller aus 66 Ländern. Inhaltlicher Schwerpunkt der noch bis Freitag dauernden Messe ist die Energie- und Automationstechnik. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte die Industrie beim traditionellen Messerundgang zu verstärkten Investitionen in Indien auf. Das würde auch das Wachstum in Deutschland verstetigen.

Maschinenbau ebenfalls stark

Der deutsche Maschinenbau - mit 860 000 Beschäftigten vor der Automobilindustrie größter Industriezweig hier zu Lande - sieht seine Wachstumsprognosen nach den ersten Monaten 2006 bestätigt und ist ebenfalls optimistisch für 2006. Die lange Zeit schleppende Inlandsnachfrage habe zuletzt deutlich angezogen und verzeichne zweistellige Wachstumsraten, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Dieter Brucklacher.

Allerdings fallen die Wachstumsraten in der Produktion niedriger aus als zuletzt. „Nach einem Plus von 5,3 Prozent im Jahr 2004 und 4,7 Prozent im letzten Jahr wird die Produktion im laufenden Jahr um real zwei Prozent zulegen können“, prognostizierte Brucklacher. Der Verband verwies darauf, dass in dem Zeitraum von Dezember 2005 bis Februar 2006 die Bestellungen aus dem Ausland bereits um 13 Prozent zugelegt hätten. Auf dem lange Zeit schwachen Inlandsmarkt zeichne sich mit einem Dreimonats-Plus von 22 Prozent eine positive Trendwende ab.

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