Begrenzung der Währungsrisiken
BMW peilt 2004 Rekordergebnis an

BMW rechnet nach einem leichten Gewinnrückgang im abgelaufenen Geschäftsjahr in 2004 mit einem Spitzenergebnis. Im Vergleich zum Vorjahr soll der Absatz bei allen drei Marken - BMW, Mini und Rolls Royce - deutlich steigen.

HB MÜNCHEN. Nach einem leichten Ergebnisrückgang im Vorjahr will der Münchener Autobauer BMW 2004 dank neuer Modelle das höchste Ergebnis in seiner 88-jährigen Firmengeschichte erzielen. Damit würde der Konzern trotz der Autoflaute in manchen seiner Absatzmärke die Marke von rund 3,3 Milliarden Euro vor Steuern übertreffen.

„Wir werden in diesem Jahr damit beginnen, die Früchte unserer Produkt- und Marktoffensive zu ernten“, sagte Konzernchef Helmut Panke am Mittwoch in München. „Wir streben einen neuen Spitzenwert beim Ergebnis an, der auch über dem Rekordwert von 2002 liegen soll.“ Der Fahrzeugverkauf in den drei Konzernmarken BMW, Mini und Rolls-Royce solle Rekordwerte erreichen.

Für den laufenden Monat kündigte Panke bereits den höchsten Absatz an, den der Konzern jemals in einem März erzielt hat. „Wir sind durchaus optimistisch für das erste Quartal“, fügte er mit Blick auf den zu erwartenden Gewinn im Auftaktquartal 2004 hinzu. Die Dollar-Schwäche, die den Verkauf von Fahrzeugen nach Übersee erschwert, sorgt den Vorstand des Traditionsunternehmens - anders als manchen Analysten - offenbar nicht.

„Es wäre mehr als ein Wunder, wenn sie nicht ein Rekordergebnis vorweisen könnten“, kommentierte Heino Ruland, Aktienstratege bei Wertpapierhandelshaus Steubing, den Geschäftsausblick von BMW und verwies auf die Modelloffensive der Münchener.Die BMW-Aktie notierte am frühen Nachmittag mit 1,6 Prozent im Plus bei rund 34 Euro, während der Deutsche Aktienindex DAX gut ein Prozent zulegte.

Gewinnprognose ist keine Überraschung

BMW bringt derzeit so viele neue oder überarbeitete Modelle wie noch nie zuvor auf den Markt. Im Sommer startet das Mini Cabrio und der 5er Touring, im Herbst folgt der neue 1er, der den VW-Golf und den A3 von Audi angreifen soll. Bereits zum Jahreswechsel lieferte BMW die ersten Modelle des Geländewagens X3 und des Luxus-Coupés 6er aus.

Bislang hatte BMW für 2004 von einem Ergebnisplus gesprochen, nachdem im vergangenen Jahr der Gewinn vor Steuern auf Grund von Sondereffekten um 2,8 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gesunken war. Legt man das Rekordergebnis 2002 von 3,3 Milliarden zu Grunde, errechnet sich so ein Anstieg von mindestens drei Prozent für dieses Jahr. Analysten erwarten allerdings deutlich höhere Zuwächse, zumal die Investitionsquote in den kommenden Jahren unter dem 2003 erreichten Höchstwert von 10,2 Prozent liegen soll. „Da muss erheblich mehr drin sein“, sagte Georg Stürzer von der Großbank HVB. Er prognostiziert für 2004 einen Vorsteuergewinn von rund 3,9 Milliarden Euro. „Dieses Jahr wird mit Sicherheit gut.“

Die Aktionäre können bereits für 2003 mit einer deutlich höheren Ausschüttung rechnen: Je Stammaktie sind 58 (2002: 52) Cent und je Vorzugsschein 60 (54) Cent geplant.

Mut zu "konsequenten Entscheidungen"

Hinsichtlich des Euro-Höhenflugs warnte Finanzchef Stefan Krause vor kurzsichtigen Entscheidungen. BMW sei 2004 „zu einem guten Teil“ gegen Währungseffekte gesichert und auch für 2005 habe der Konzern Maßnahmen ergriffen, bekräftigte er. Die Münchener legen ihren Berechnungen langfristig einen Wechselkurs 1,10 Dollar je Euro zu Grunde und halten die US-Währung derzeit folglich für stark unterbewertet. „In Phasen der deutlichen Unterbewertung des US-Dollars muss man konsequent bleiben und den Mut haben, nicht zu unattraktiven Kursen zu sichern“, sagte Krause. Andernfalls würde BMW Kurse festschreiben, die nur von begrenzter Dauer seien. Weitere Absicherungen gegen starke Währungsschwankungen (Hedging) zu derzeitigen Kursen seien nicht sinnvoll. Viele der exportlastigen Autobauer bekommen den hohen Euro-Wechselkurs derzeit empfindlich zu spüren. Der Wolfsburger Konkurrent Volkswagen etwa musste im vergangenen Jahr allein durch negative Währungseffekte Belastungen in Milliardenhöhe verkraften.

Krause verwies auf alternative Möglichkeiten, um mittel- und langfristig die Gefahr von Währungslasten zu verringern. So werde der Anteil der Einkäufe aus dem nordamerikanischen Raum - derzeit sind es 16 Prozent des Gesamtvolumens von 18,3 Milliarden Euro - weiter steigen, sagte der Finanzchef. Sollte der US-Markt weiteres Wachstumspotenzial bieten, werde BMW zudem einen Ausbau des US-Werks in Spartanburg prüfen. „Aktuell besteht jedoch kein Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten.“

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