Beherrschungsvertrag mit Tochter verworfen
Österreichische Bauholding Strabag SE strebt an die Börse

Die österreichische Bauholding Strabag SE plant den Gang an die Börse. Der Abschluss eines Beherrschungsvertrags mit der Kölner Tochter wurde abgesagt - im Gespräch ist jetzt ein Aktientausch.

DÜSSELDORF. „Der Vorstand hat am Dienstag beschlossen, innerhalb der nächsten 24 Monate die Bauholding Strabag SE als europäische Aktiengesellschaft an der Börse zu platzieren“, bestätigte ein Sprecher der Bauholding. Einzelheiten zum Börsengang wollte er nicht nennen. Dazu sei es angesichts der gerade erst erfolgten Entscheidung zu früh.

Der Sprecher begründete den Gang an die Börse damit, dass der Baukonzern in den vergangenen zwei Jahren sowohl organisch und vor allem in Osteuropa als auch durch die Übernahme großer Teile des insolventen Augsburger Walter Bau-Konzerns stark gewachsen sei. Dies erfordere eine neue Organisation und eine neue Kapitalstruktur.

Analysten begrüßen die Börsenpläne. Angesichts des geplanten Ausbaus der Infrastruktur in Deutschland und vor allem in den neuen osteuropäischen EU-Staaten wäre für die nötige Börsen-Phantasie gesorgt, meinte Marc Nettelbeck von der Landesbank Baden-Württemberg. Die Bauholding gilt als Spezialist für Straßenbau, insbesondere mit ihrer Kölner Tochter Strabag AG. Die Bauholding erzielte zuletzt bei einer Bauleistung von knapp sechs Mrd. Euro mit gut 33 000 Mitarbeitern ein Ergebnis nach Steuern von 62 Mill. Euro.

Den Börsengang nannte der Bauholding-Sprecher als den Grund für die Entscheidung, vorerst keinen Beherrschungsvertrag mit der deutschen Tochter zu schließen. Angesichts der IPO-Pläne des Mutterkonzerns sei es nicht sinnvoll, die Tochter von der Börse zu nehmen. Doch werde im Zuge des Börsengangs der Muttergesellschaft eine Lösung für den Streubesitz gesucht, beispielsweise eine Abfindung oder auch ein Aktientausch. 34 Prozent der Anteile an der Kölner Strabag sind breit gestreut.

Bauholding-Chef Hans-Peter Haselsteiner räumt bereits seit längerem sein Bau-Imperium auf, das nach der Übernahme der Walter Bau stark gewachsen ist. So übernimmt die Stuttgarter Ed. Züblin den Hoch- und Ingenieurbau der Kölner Strabag, die sich auf den Straßenbau konzentriert. Für die übernommenen, zuletzt defizitären Strabag-Teile hat Züblin laut Strabag einen zweistelligen Millionenbetrag überwiesen.

Gleichzeitig besorgte sich Haselsteiner Liquidität durch Verkäufe. So kassierte er 52,5 Mill. Euro für die Hälfte seiner Beteiligung an der Deutag. Käufer war Mitgesellschafter Werhahn & Nauen. Deutag ist einer der größten Produzenten von Asphaltmischgut. Veräußert wurden kürzlich auch die dem Unternehmen zustehenden Forderungen gegen die Republik Irak. Dadurch fließen der Strabag AG 59,6 Mill. Euro zu. Der Betrag liegt laut Strabag 2,5 Mill. Euro über dem Wert, der seit 1995 in der Bilanz der Strabag AG bilanziert ist. Die Kölner Tochter ist 2005 mit Hilfe einer gestiegener Bauleistung voraussichtlich aus den roten Zahlen gekommen und hat volle Auftragsbücher.

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