Behinderung des Wettbewerbs
Gewürz-Riese Fuchs muss blechen

Der größte deutsche Gewürzhersteller Fuchs muss 250 000 Euro Geldbuße zahlen, weil er nach Auffassung des Bundeskartellamts die Konkurrenz weiter mit unlauteren Mitteln aus dem Markt drängen will.

HB BONN. Die oberste deutsche Wettbewerbsbehörde wirft Mitarbeitern von Europas Marktführer vor, erneut den mittelständischen Konkurrenten Hartkorn im Wettbewerb behindert und damit gegen eine Untersagungsverfügung der Behörde verstoßen zu haben, wie das Kartellamt am Dienstag mitteilte.

Fuchs vertreibt in Deutschland unter eigenem Namen, aber auch unter den Marken Ostmann, Ubena und Wagner Trockengewürze und -kräuter und ist mit einem Marktanteil von über 70 Prozent klarer Marktführer. Bereits 2002 hatte das Bundeskartellamt dem Unternehmen vorgeworfen, es versuche, den viel kleineren Konkurrenten aus dem Markt zu drängen, indem es Einzelhändlern hohe Werbekostenzuschüsse zahle, wenn sie ausschließlich Fuchs-Gewürze anbieten.

Das Bundeskartellamt hatte diese Praxis im Juli 2002 untersagt. Dennoch sei es danach zumindest zu fünf Verstößen von Außendienstmitarbeitern des Gewürzimperiums gegen das Verbot gekommen, erklärte die Behörde. Als Anreiz für die Gewährung der Exklusivität zu Lasten von Hartkorn hätten die Einzelhändler erneut konkurrenzlos hohe Werbekostenzuschüsse in Form von Geldzahlungen oder kostenlosen Produktlieferungen erhalten.

Die Verstöße der Außendienstmitarbeiter seien von dem für den Vertrieb verantwortlichen Geschäftsführer durch eine Aufsichtspflichtverletzung ermöglicht worden. Dies habe das Bundeskartellamt mit dem jetzt abgeschlossenen Bußgeldverfahren geahndet, hieß es bei der Behörde.

Kartellamtspräsident Ulf Böge betonte: „Es ist kartellrechtlich nicht hinzunehmen, dass marktstarke Unternehmen mit unzulässigen Mitteln kleinere Wettbewerber aus dem Markt zu verdrängen versuchen. Wenn sie dies sogar nach einer Verfügung des Amtes fortsetzen, ist dies ein schwerer Verstoß, der mit einer entsprechend hohen Geldbuße zu ahnden ist.“

Gegen die Entscheidung kann das Unternehmen Einspruch einlegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%