Behörden haben Gelder beschlagnahmt
Yukos-Konten offenbar fast leer

Das Justizchaos im Bezug auf den größten russischen Ölexporteur Yukos nimmt immer größere Ausmaße an. Die Behörden haben eine Freigabe für die Gelder des angeschlagenen Konzerns widerrufen, nun sollen die Yukos-Konten nach Informationen aus Kreisen des Unternehmens nahezu leer sein.

HB MOSKAU. „Das bringt unser Geschäft definitiv in Gefahr“, hieß es am Freitag aus den Kreisen. Gerichtsvollzieher hätten insgesamt 900 Mill. Dollar zur Begleichung von Steuerschulden des angeschlagenen Konzerns eingezogen. In dieser Summe seien allerdings auch frühere Abbuchungen von 753,7 Mill. Dollar enthalten. Am Donnerstag seien noch einmal rund 150 Mill. Dollar abgebucht worden, hieß es weiter.

Der Kurs der Yukos-Aktie brach nach Bekanntwerden der Beschlagnahme vorrübergehend um 15 % ein. Am Nachmittag notierte das Papier leicht erholt bei 109,51 Rubel, was einem Abschlag von 7,74 % entspricht. Yukos hat mehrfach selbst davor gewarnt, dass die Firma zum Konkurs gezwungen sein könnte, wenn sie wie von den Behörden verlangt bis Ende August Steuerschulden für 2000 in einer Gesamthöhe von rund 3,4 Mrd. Dollar zahlen muss. Nach eigenen Angaben kann Yukos bis dahin lediglich 1,8 Mrd. Dollar aufbringen.

Offiziell machte Russlands größter Ölkonzern am Freitag keine Angaben zur aktuellen Höhe seiner Bankguthaben. „Alles was wir sagen können ist, dass uns keine neuerliche Anordnung des Gerichts zum Einfrieren unserer Konten vorliegt“, sagte ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Vom zuständige Gericht war keine Stellungnahme zu erhalten.

Am Mittwoch hatte ein Gerichtsvollzieher die Freigabe eines Teils der Yukos-Konten zur Finanzierung des Tagesgeschäfts und der Exporte genehmigt. Nur einen Tag später nahm wurde die Freigabe jedoch wieder zurückgenommen, nachdem das russische Justizministeriums sie für nicht rechtmäßig erklärte.

Yukos hatte wiederholt erklärt, mindestens 400 Mill. Dollar auf seinen Konten zu benötigen, um die Ölproduktion sicherzustellen. Der Konzern hat nach eigenen Angaben die Transportkosten an den Pipeline-Betreiber Transneft für August im Voraus bezahlt. Jetzt gelte es bis Mitte des Monats die Exportkosten für September aufzubringen. Die Kosten für den Bahntransport habe Yukos hingegen nur bis zum 10. August vorfinanziert. Sollte dieser Transportweg entfallen, sei der Konzern möglicherweise gezwungen, seine Fördermenge zu reduzieren. Für die Zwischenlagerung von Ölfässern gebe es nicht genügend Kapazitäten.

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