Industrie
Bei Boeing liegt ein Streik in der Luft

Die Führung der International Association of Machinists (IAM), der größten Gewerkschaft beim US-Luftfahrt- und Rüstungskonzern Boeing Co., hat das „letzte und beste“ Tarifangebot des Unternehmens als „Beleidigung“ zurückgewiesen. Damit droht zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder ein Streik beim größten Exporteur der USA.

je PORTLAND. Der Zeitpunkt könnte für Boeing kaum schlechter sein. Die Auftragslage hat sich nach vierjähriger Ebbe deutlich verbessert. In der Aufholjagd gegenüber dem Erzrivalen Airbus gewinnt Beoing seit Beginn dieses Jahres gerade wieder an Boden. „Ich kann gar nicht genug betonen, wie schädlich ein Streik für uns wäre“, sagt Bereichschef Alan Mulally.

Der geltende dreijährige Tarifvertrag läuft am 2. September um Mitternacht ab. Wenn mehr als die Hälfte der 18 300 IAM-Mitglieder das Tarifangebot des Konzerns ablehnen, kann die Gewerkschaftsführung sofort über einen Ausstand abstimmen lassen. Sie kann einen Streik aber nur ausrufen, wenn zwei Drittel der Mitglieder zustimmen.

Kernpunkte der Verhandlungen sind für die Gewerkschaft Pensionen, Gesundheitsversorgung und Sicherung der Arbeitsplätze.

Ein längerer Ausstand bei Boeing würde Hunderte von Zulieferern in aller Welt betreffen, weil der Hersteller heute wie die Autobauer keine Vorräte mehr auf Lager hält, sondern sich die Teile direkt in die Produktion liefern lässt.

Die Wall Street sieht einen möglichen Streik bislang gelassen. „Es würde Verzögerungen bei der Produktion geben, aber die können schnell wieder aufgeholt werden“, schreibt Analyst Nick Fothergill von der Banc of America Securities.

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