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18.03.2007 
Glänzende Ergebnisse

Bei Dax-Konzernen sprudeln die Gewinne

Viele der 30 im Deutschen Aktienindex Dax gelisteten Konzerne schwimmen im Geld. In der kommenden Woche legen die letzten von ihnen die Jahreszahlen 2006 vor, doch schon jetzt steht fest: Die Gewinne der großen Unternehmen sind teils drastisch gestiegen. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Glänzte mit einem Vorsteuer-Ergebnis von mehr als acht Milliarden Euro: die Deutsche Bank. Foto: dpaLupe

Glänzte mit einem Vorsteuer-Ergebnis von mehr als acht Milliarden Euro: die Deutsche Bank. Foto: dpa

MÜNCHEN. Auch für 2007 sind Experten zuversichtlich. „Das Gewinnwachstum wird sich fortsetzen, aber etwas abflachen“, sagt Gernot Nerb, Chef-Volkswirt des ifo Instituts.

Im Schnitt sind die Vorsteuergewinne der Dax-Konzerne im vergangenen Jahr um einen knapp zweistelligen Prozentwert gestiegen. Insgesamt dürften die 30 Unternehmen so etwa 80 Milliarden Euro verdient haben.

„Die meisten Dax-Unternehmen haben inzwischen ihre Hausaufgaben, etwa im Bereich Kosten oder Organisation, gemacht und sind heute gut aufgestellt“, sagt August Joas, Strategieexperte bei Mercer Management Consulting. Nun sei es an der Zeit, dass die Konzerne verstärkt in die Zukunft investieren, indem sie „ihr Geschäftsmodell konsequent auf gesättigte Märkte, Globalisierung und den Angriff aus Low-Cost-Ländern ausrichten“.

Krösus war im vergangenen Jahr die Allianz mit einem Vorsteuergewinn von mehr als zehn Milliarden Euro. „Wir haben unsere ambitionierten Ergebnisziele für 2006 nicht nur erreicht, sondern auch alle deutlich übertroffen“, frohlockte Konzern-Chef Michael Diekmann. Auch andere Konzerne schnitten besser ab als ursprünglich erwartet und trieben den Deutschen Aktienindex Dax in die Höhe.

So glänzte die Deutsche Bank mit einem Vorsteuer-Ergebnis von mehr als acht Milliarden Euro. Beide Finanzkonzerne hatten sich in den vergangenen Jahren unter anderem von einer Reihe Beteiligungen getrennt und Stellen abgebaut. Trotz guter Ergebnisse dürfen die Unternehmen nach Einschätzung von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sich jetzt nicht ausruhen. „Das Tempo der Globalisierung nimmt weiter zu.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Konjunktur-Ampeln stehen weiterhin auf grün

Auch bei den Energieversorgern Eon (mehr als 5 Mrd Euro) und RWE (knapp 3,7 Mrd) sprudelten im vergangenen Jahr die Vorsteuer- Gewinne. Insgesamt konnten die Konzerne quer durch alle Branchen zulegen, nur der Chiphersteller Infineon machte in seinem Geschäftsjahr 2005/06 (30. September) einmal mehr Verluste. Dagegen verbuchten Unternehmen wie BASF (6,5 Mrd), BMW (4,1 Mrd) und Linde (2,5 Mrd) gute Gewinne. Nur eine Handvoll Unternehmen konnten beim Vorsteuergewinn nicht die Milliarden-Marke knacken, darunter vor allem kleinere Konzerne wie Hypo Real Estate und adidas.

Kräftig gesteigert werden konnten die Gewinne unter anderem durch den Abbau von Überkapazitäten. „Inzwischen aber sind die Kapazitäten weitgehend ausgelastet“, sagt ifo-Chefvolkswirt Nerb. Daher sei eine überproportionale Steigerung der Gewinne schwerer geworden. „Es ist aber schon noch etwas Luft drin.“

Denn die Konjunktur-Ampeln stehen weiterhin auf grün. Der ifo- Geschäftsklimaindex zum Beispiel gab im Februar wegen der Mehrwertsteuererhöhung zwar leicht nach. Die Stimmung sei insgesamt aber noch immer so gut wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr, betont ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Im Inland hat endlich auch die Binnennachfrage angezogen, und die Weltkonjunktur befindet sich weiter im robusten Aufschwung. Störfeuer seien derzeit kaum in Sicht, sagt Sinn. Zusätzlichen Schwung könnte die Unternehmenssteuerreform bringen.

Entscheidend wird aber nach Einschätzung von Experten weiterhin die richtige Aufstellung jedes einzelnen Unternehmens sein. So dürften auch bei der Vorstellung der Jahreszahlen von Metro und Tui, die am Mittwoch (21. März) als letzte Dax-Unternehmen über ihre Bilanz 2006 berichten, noch offene Sanierungs-Baustellen im Konzern Thema sein.

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