Bei den Militärs im Nahen Osten wächst das Interesse an Technik für die Terrorabwehr: Rüstungsfirmen auf Roadshow in Arabien

Bei den Militärs im Nahen Osten wächst das Interesse an Technik für die Terrorabwehr
Rüstungsfirmen auf Roadshow in Arabien

Der Rüstungsmarkt im Nahen Osten vollzieht eine Wende: Während noch vor wenigen Jahren der Kauf neuer Waffensysteme wie Kampfjets oder Kampfpanzer für die Militärs in der Region Priorität hatten, schwenkt das Interesse heute auf den Ausbau von Trainingsmöglichkeiten, die elektronische Vernetzung der Streitkräfte und nicht zuletzt Innere Sicherheit.

tom ABU DHABI. Dieser Trend zeigt sich auch auf der Idex, der größten Rüstungsmesse in der Region, die an diesem Wochenende in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ihre Tore geöffnet hat.

Mehr als 900 Aussteller aus 50 Ländern – darunter auch 30 deutsche – werden auf der Idex in dieser Woche ihre Rüstungs- und Sicherheitsprodukte den Kunden aus der wohl am stärksten militarisierten Region der Welt präsentieren. Für die deutschen Hersteller ist der Markt am Golf nach wie vor wichtig – nicht zuletzt wegen der in 2003 geschlossenen strategischen Partnerschaft der Bundesrepublik mit den VAE. Diese bietet vor allem im Bereich der Heerestechnik den Unternehmen eine starke Perspektive – wenn die VAE wie beabsichtigt Bundeswehrgerät im großen Stil übernehmen.

Daneben müssen die Unternehmen aber auf den neuen Bedarf in der Region eingehen: „Wir stellen uns um“, sagt Andres Haller von der Rheinmetall-Tochter Oerlikon Contraves, der im Konzern für die Region verantwortlich ist. Der Trend gehe weg von schwerem Gerät zu leichteren Fahrzeugen oder der Modernisierung älterer Waffensysteme. Der Münchner Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann sieht dies an der Nachfrage nach dem Truppentransportfahrzeug Dingo 2, das sehr mobil ist und seinen Insassen Schutz vor Minen und Beschuss bietet. Gestern konnte auch der Kommunikationsausrüster Rohde & Schwarz einen Auftrag verbuchen: Für rund 110 Mill. Euro erneuert das deutsche Unternehmen die Telekommunikation der Streitkräfte der Emirate.

„Die Rüstungsausgaben werden zwar auch in Zukunft hier auf einem hohen Niveau bleiben“, weiß ein westlicher Diplomat in Abu Dhabi, die Struktur des Marktes habe sich aber verändert. Nach wie vor geben die Länder der Region gemessen an ihrem Bruttosozialprodukt viel für Verteidigung aus. Doch die Phase, in der sie auch getrieben durch den Krieg zwischen Irak und Iran sowie dem irakischen Überfall auf Kuwait ohne Rücksicht auf ihr Budget Geld in den Aufbau einer modernen Armee gesteckt hatten, sei vorbei. Der britische Rüstungsexperte Paul Beaver bringt es auf den Punkt: „Die wichtigsten Beschaffungsvorhaben sind jetzt abgeschlossen.“

Seite 1:

Rüstungsfirmen auf Roadshow in Arabien

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%