Bei Fusion mit Chrysler wären 40 000 Jobs in Gefahr
GM buhlt um Staatshilfen

Wankender US-Autoriese braucht die Regierung, um eine Übernahme von Chrysler stemmen zu können. Denn der größte US-Autokonzern General Motors (GM) stößt auf massive Probleme, eine Finanzierung für die geplante Übernahme des Rivalen Chrysler auf die Beine zu stellen.

NEW YORK. Um einen Zusammenschluss wie geplant noch vor den US-Präsidentschaftswahlen in zwei Wochen herbeizuführen, wird deshalb zusehends die Möglichkeit einer Staatsbeteiligung in Erwägung gezogen. Die Rolle der Regierung sei wichtig, um andere Investoren an Bord holen zu können, zitierte das „Wall Street Journal“ gestern eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Der seit Jahren unter Milliardenverlusten leidende GM-Konzern hat es bei Chrysler insbesondere auf das Cash-Polster abgesehen, um einen drohenden Konkurs im nächsten Jahr abwenden zu können.

Chrysler-Eigentümer Cerberus hatte die Liquidität des drittgrößten US-Autobauers zuletzt Ende Juni mit 11,7 Mrd. Dollar angegeben. Der Finanzinvestor gilt als verkaufsbereit, auch weil Banken im Hintergrund unruhig werden und Cerberus zu einem schnellen Abschied aus dem Autogeschäft drängen. Die New Yorker Beteiligungsfirma hat Daimler vor gut einem Jahr 80 Prozent der Chrysler-Anteile für 7,4 Mrd. Dollar abgekauft. Seitdem hat sich die Lage im US-Automarkt dramatisch verschlechtert.

Sollte GM seinen Nachbarn aus dem Detroit-Vorort Auburn Hills übernehmen, dann in erster Linie, um einen Rivalen zu eliminieren und Überkapazitäten abzubauen. Analysten rechnen für diesen Fall mit einem Personalabbau von bis zu 40 000 Stellen sowie Massenschließungen bei Händlern und Zulieferern. Gemeinsam seien GM und Chrysler „zu groß zum Sterben“, sagte David Cole vom Center for Automotive Research mit Blick auf die Rolle des Staates.

GM selbst versucht, Investoren mit einem Einsparpotenzial von zehn Mrd. Dollar zu überzeugen. Von der Traditionsfirma Chrysler würde in diesem Fall nicht mehr viel übrig bleiben. Analysten erwarten, dass GM allenfalls die Erfolgsmarke Jeep sowie die Minivan-Produktion von Chrysler weiterführt. Rod Lache von der Deutschen Bank glaubt, dass im Falle einer Übernahme Synergien im Wert von sechs Mrd. Dollar gehoben werden können. Das sei noch nicht genug, um einen „langfristig gesunden“ GM-Konzern zu schaffen, schreibt der Analyst in einer aktuellen Studie.

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