Bei Krebsmittel Asoprisnil
Erneuter Rückschlag für Schering

Der Pharmakonzern Schering hat bei seinem Krebswirkstoff Asoprisnil einen Rückschlag erlitten. Die Schering-Aktie brach darauf an der Börse um mehr als drei Prozent ein.

HB FRANKFURT. In Fortsetzungsstudien der klinischen Phase-III-Studie seien bei einigen teilnehmenden Patientinnen Komplikationen aufgetreten, teilte das Berliner Unternehmen am Mittwoch mit. Angesichts dieser Befunde sei die Behandlung mit Asoprisnil beendet worden. Schering wollte sich nicht äußern, wann der Konzern nun einen Zulassungsantrag für das Mittel stellen wird. Ein Unternehmenssprecher sagte, zunächst müssten die Gespräche mit den amerikanischen und europäischen Zulassungsbehörden abgeschlossen werden. Ursprünglich hatte der Konzern die Zulassung für Europa noch in diesem Jahr beantragen wollte, hatte diesen Zeitplan später aber um ein Jahr auf 2006 verschoben. Die Zulassung für den europäischen Markt war für 2007 erwartet worden. In den USA und Kanda hat der Schering-Partner TAP Pharmaceutical die exklusiven Vermarktungsrechte für Asoprisnil.

„Wir können nicht sagen, wann wir den Zulassungsantrag für Europa stellen wollen. Wir werde unsere Gespräche mit den Zulassungsbehörden fortsetzen und nachdem wir diese abgeschlossen haben, können wir uns wir den Zeitplan aktualisieren“, sagte ein Schering-Sprecher. Asoprisnil sollte jährliche Spitzenumsätze von mehr als 250 Mill. € erzielen und Schering nach Einschätzung von Analysten helfen, seine Profitabilität mittelfristig zu verbessern. An der Umsatzerwartungen des Konzerns für das Produkt ändere sich jedoch nichts, erklärte der Sprecher. Umsätze in den USA und Kanada sind dabei nicht berücksichtigt, weil die Lizenz für die Vermarktungsrechte dort an das Unternehmen TAP Pharmaceutical Products vergeben sind.

Die Schering-Aktie fiel im frühen Handel um 3,5 % auf 51,35 €. „Die Ergebnisse bei Asoprisnil sind nicht so ausgefallen, wie sich das Schering vorgestellt hat. Das bedeutet längere Forschungszeiten sowie ein nach hinten verschobener Markteintritt“, sagte ein Händler.

Wie Schering mitteilte, war es bei einigen Patientinnen während des klinischen Studienprogramms für das Mittel zur Behandlung gutartiger Geschwülste der Gebärmuttermuskulatur zu Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut gekommen. Nach Absetzen der Therapie seien diese größtenteils zurückgegangen, zum Teil seien aber auch invasive Eingriffe nötig gewesen. Die Beobachtung der Teilnehmerinnen der Studie werde auch nach Absetzen der Therapie fortgeführt.

Schering will die Gespräche mit der US-Arzneimittelbehörde FDA und der europäischen EMEA über die Einreichungspläne für Asoprisnil fortführen. „Auf Basis der Ergebnisse der Phase II- und III-Studien sind wir davon überzeugt, dass Asoprisnil Mill. von Frauen, die an Gebärmuttermyomen leiden und gegenwärtig nur mit invasiven Eingriffen behandelt werden können, eine vielversprechende Therapieoption bieten könnte“, gab sich Phil Smits, Leiter Gynäkologie&Andrologie bei Schering, zuversichtlich.

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