Beide Seiten sehen sich im Vorteil
Zeugenbefragung im Kerkorian-Prozess beendet

Im Milliardenprozess um die Fusion von Daimler-Benz und Chrysler ist am Mittwoch in den USA die Zeugenbefragung zu Ende gegangen. Nun müssen die Anwälte Kerkorians und des Autokonzerns ihre Plädoyers schriftlich einreichen. Beide Seiten sehen weiter ihre Auffassungen bestätigt.

HB WILMINGTON. „Der Fall entbehrt jeder Grundlage, und wir glauben, dass wir das überzeugend dargelegt haben“, teilte Daimler-Chrysler am Mittwochabend nach dem Ende der Zeugenbefragung am Bezirksgericht von Wilmington im US-Bundesstaat Delaware mit. Die Investmentgesellschaft des 86-jährigen Kerkorian, Tracinda, sei nicht geschädigt worden, sondern habe in Wirklichkeit enorm von der Fusion profitiert. „Das Motiv für die Klage von Tracinda war Frustration darüber, dass Daimler-Chrysler ihren Forderungen nach einem Aktienrückkaufprogramm nicht nachgekommen ist“, hieß es in der Stellungnahme weiter. Vorher habe sich der Vertreter von Tracinda im Aufsichtsrat des fusionierten Konzerns nie darum gekümmert, was dort abgelaufen sei.

Kerkorian, ein Casino-Besitzer aus Las Vegas, der zuletzt 13,75 % an Chrysler gehalten hatte, hat Daimler-Chrysler auf über eine Milliarde Dollar Schadenersatz verklagt, weil er sich von Daimler-Chrysler-Vorstandschef Jürgen Schrempp bei der Fusion 1998 betrogen fühlt. Schrempp habe die De-Facto-Übernahme von Chrysler nur deshalb als „Fusion unter Gleichen“ ausgegeben, um dem Unternehmen eine höhere Prämie an die Chrysler-Aktionäre zu ersparen. Kerkorian hatte seine Milliarden-Klage im Herbst 2000 nach einem Interview eingereicht, in dem Schrempp erklärt hatte, er habe Chrysler von Anfang an zu einer von mehreren Sparten des fusionierten Konzerns machen wollen.

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