Beide Unternehmen geben Pressekonferenzen
Mittal lockt Arcelor mit Zugeständnissen

Der weltgrößte Stahlkonzern Mittal hat für den Fall der Übernahme des größten Konkurrenten Arcelor weitere Zusagen gemacht. Dabei geht es um den künftigen Sitz der Konzernzentrale und den Erhalt der Arcelor-Werke.

HB PARIS. Mittal hat sich bereit erklärt, bei einer Übernahme des Konkurrenten Arcelor die Firmenzentrale in Luxemburg einzurichten. „Wir verstehen bestimmte Bedenken und deshalb sind wir zum Aufbau unseres Firmensitzes in Luxemburg bereit - dem Sitz von Arcelor“, sagte Mittal-Chef Lakshmi Mittal der französischen Zeitung „Les Echos“ (Montagausgabe). Mittal würde auch die Sozial-Vereinbarungen bei Arcelor akzeptieren und sich darüber hinaus mit lokalen Verantwortlichen treffen, um ihnen auch den Bestand der Arcelor-Werke zuzusichern. Zuvor hatten Politiker Bedenken gegen die Fusion geäußert.

Arcelor steht hingegen „bereit zum Widerstand“ gegen eine feindliche Übernahme durch Mittal Steel. Arcelor-Chef Guy Dollé zeigte sich am Montag im Radiosender Europe 1 zudem überzeugt, die europäische Gruppe werde „die begonnene Schlacht gewinnen“. Vorstand und Aufsichtsrat von Arcelor hatten sich am Sonntag zur Abwehr einer Übernahme formiert, denn „weder die strategische Vision, noch das Entwicklungsmodell, noch die Werte von Arcelor und Mittal Steel liegen auf einer Linie“.

Dagegen sieht der Mittal-Chef in der von ihm angestrebten Übernahme „die einzigartige Chance, einen soliden europäischen globalen Champion zu schaffen“. Mittal: Europa brauche einen solchen Champion, um seine Arbeitsplätze zu schützen. „Nur eine starke Gruppe stellt eine wirkliche Garantie für dauerhafte Beschäftigung dar“, sagte Mittal. Zwischen den beiden Stahlriesen gebe es „vielfältige Synergien“, etwa in Einkauf, Marketing, Forschung und Entwicklung.

Der weltgrößte Stahlkonzern Mittal hatte am Freitag angekündigt, Arcelor für 18,6 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Arcelor, die Nummer zwei der Branche, hatte die Offerte am Sonntag erneut als feindlich bezeichnet. Beide Unternehmen wollten am Montag bei Pressekonferenzen in Paris ihre unterschiedlichen Positionen erläutern.

Der französische Finanzminister Thierry Breton sagte „Les Echos“, er habe über die Mittal-Pläne bereits mit seinen Amtskollegen in Luxemburg, Belgien und Spanien gesprochen. Breton hatte sich zuvor besorgt über Auswirkungen eines möglichen Zusammenschlusses gezeigt.

Die deutsche Thyssen-Krupp könnte von einer Fusion profitieren. Für den Fall einer Übernahme Arcelors hat Mittal den Düsseldorfern angeboten, den kanadischen Konkurrenten Dofasco übernehmen zu können.

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