Beiersdorf
Schönheitskur hinterlässt Spuren

Beiersdorf kommt mit dem Konzernumbau langsam voran. Die Börse bewertet das Ergebnis positiv.
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HamburgBeiersdorf kommt mit dem Umbau seiner Kosmetiksparte schneller voran als gedacht. Allerdings belasten Kosten für die Neuausrichtung des Kerngeschäfts der Haut- und Körperpflege den Hamburger Dax-Konzern weiter. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) sank von April bis Juni um acht Prozent auf 183 Millionen Euro. Branchenexperten hatten mit deutlich weniger Gewinn gerechnet. Bei Anlegern kam zudem gut an, dass sich Konzernchef Thomas-Bernd Quaas zuversichtlicher zeigte und die Umsatzprognose leicht anhob. Die Beiersdorf-Aktie war mit einem Kursaufschlag von zeitweise mehr als fünf Prozent größter Gewinner im deutschen Leitindex.

Der Umsatz der Kosmetiksparte zog im zweiten Quartal dank einer massiven Werbekampagne aus Anlass des 100. Geburtstags der Marke Nivea leicht an. Quaas sagte, er gehe davon aus, dass die negativen Effekte der Neuausrichtung auch in den kommenden Monaten durch steigende Umsätze wettgemacht werden könnten. 2012 will der Konzern mit einem Jahresumsatz von zuletzt 6,2 Milliarden Euro wieder durchstarten.

Das vom Handelskonzern Maxingvest (Tchibo) kontrollierte Traditionsunternehmen mit Marken wie Nivea, Labello, La Prairie und Eucerin hat unrentable Produkte aus den Regalen genommen und versucht mit hohem Werbeaufwand, seine Geschäfte wieder in Fahrt zu bringen. Konkurrenten wie Procter & Gamble und L'Oreal hatten Beiersdorf in seinem Kerngeschäft angegriffen und dem Unternehmen Marktanteile abgejagt.

Auf dem Hauptmarkt Deutschland hat Beiersdorf den Umsatzrückgang der Nivea-Sparte zur Jahresmitte noch nicht stoppen können (minus 0,7 Prozent). Auch in anderen westeuropäischen Ländern ist die Wende noch nicht geschafft (minus zwei Prozent). Die Schuldenkrise europäischer Staaten wirkt sich Quaas zufolge bislang aber nicht auf das Geschäft von Beiersdorf aus. Das Geschäft in Italien und Griechenland sprudele zwar nicht, weil die Verbraucherstimmung insgesamt nicht so gut sei. „Aber wir haben dadurch keine Einbrüche.“ In Nord- und Südamerika verbuchte der Konzern hohe Wachstumsraten.

Auch die Klebstofftochter Tesa legte weiter zu, musste beim Betriebsgewinn wegen hoher Rohstoffkosten allerdings einen leichten Rückgang verschmerzen. Die Umsatzrendite der Ertragsperle sank im Halbjahr auf 11,9 (Vorjahr: 13,6) Prozent.

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