Beitz drängt auf Umbau von Thyssen-Krupp
Krupp-Stiftung pocht auf Dividende

Trotz der Branchenkrise will der Vorstand der Krupp-Stiftung, Berthold Beitz, nicht auf eine Dividende von Thyssen-Krupp verzichten. Um die vielfältigen Förderungen der Stiftung von Kultur und Wissenschaft fortzuführen, pocht Beitz auf eine möglichst hohe Ausschüttung.

FRANKFURT. Ruhig war es geworden um Berthold Beitz, den Chef der mächtigen Krupp-Stiftung. Der 95-Jährige lässt sich zwar kontinuierlich über die Entwicklung von Thyssen-Krupp informieren, Anlass zur Sorge hatte er in den vergangenen Jahren aber nicht. Dank des Stahlbooms eilte der Ruhrkonzern, an dem die Stiftung mit 25,1 Prozent beteiligt ist, von einem Rekordgewinn zum nächsten. Ausstaffiert mit einer üppigen Dividende, konnte sich Beitz auf die Arbeit der Stiftung konzentrieren.

Doch im vergangenen Herbst hat sich die Lage komplett gedreht. Beitz muss um seine Pfründe bangen. Denn die Stahlindustrie steckt in einer tiefen Krise, und mit ihr Deutschlands größter Stahlhersteller Thyssen-Krupp.

Quer durch den Konzern brechen die Umsätze weg, im Stahlgeschäft droht ein dickes Minus, und die Edelstahlsparte ist derart angeschlagen, dass Vorstandschef Ekkehard Schulz einen Partner für sie sucht. Belastend wirken sich vor allem die Ausgaben für den Bau neuer Werke in Nord- und Südamerika aus, die mit rund acht Mrd. Euro deutlich über den ursprünglichen Plänen liegen.

Beitz, der auch Ehrenvorsitzender des Thyssen-Krupp-Aufsichtsrats ist, sehe nun die Zeit gekommen, sich wieder aktiver in die Geschicke des Traditionsunternehmens einzuschalten, heißt es im Konzern und im Umfeld der Krupp-Stiftung. „Es gab viele Treffen von Beitz mit Schulz und Cromme – die Frequenz ist vor dem Konzernumbau gestiegen“, heißt es. Gerhard Cromme ist Chef des Aufsichtsrats und damit eine der Schlüsselfiguren bei der geplanten Neuausrichtung. Beitz sei sehr wütend über die Konzernentwicklung gewesen und habe Lösungen verlangt. Der betagte Industrielle muss sich zwar nicht um den Bestand von Thyssen-Krupp sorgen, aber das Ausmaß des Nachfrageeinbruchs und die Fehlplanungen in den USA und Brasilien schreckten ihn, heißt es.

Beitz trat in den Fünfzigerjahren seinen Dienst bei Krupp an und hat seitdem viele Auf- und Abschwünge der Stahlindustrie miterlebt. „Die Massivität und Globalität der Rezession erschreckt aber selbst ihn“, heißt es in seinem Umfeld.

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