Bekleidungshersteller
Gerry Weber weiter auf Rekordkurs

Der ostwestfälische Modeanbieter Gerry Weber hält trotz Krise sein rasantes Wachstumstempo bei. Nicht nur im zurückliegenden Geschäftsjahr stieg der Umsatz um elf Prozent auf den Rekordwert von 570 Mio. Euro. Auch im ersten Quartal des im November gestarteten Geschäftsjahres legte der Konzern um zwölf Prozent zu, wie Vorstandschef Gerhard Weber am Donnerstag berichtete.

DÜSSELDORF. Die im SDax notierte Aktie kletterte am Donnerstag zeitweise um knapp vier Prozent auf 18,24 Euro. Dank Aktienrückkaufprogramm und einer um 50 Prozent erhöhten Dividende hielten sich die Papiere seit Beginn der Krise ohnehin stabiler als die meisten Konkurrenten.

Der Bekleidungshersteller, der sich mehrheitlich im Besitz von Gerhard Weber, dessen Sohn Ralf und Mitbegründer Udo Hardieck befindet, profitiert überraschend stark vom Ausbau des eigenen Einzelhandels. 108 "Houses of Gerry Weber" betreibt der Konzern in Eigenregie, weitere 179 Kaufhäuser gehören Franchise-Partnern.

Um sich von Handelspartnern unabhängiger zu machen, will Gerry Weber weitere 100 Läden pro Jahr eröffnen. Bislang gelten sie als Erfolgsmodell: 2008 legten sie auf vergleichbarer Fläche um zwei Prozent zu, während der deutsche Textilmarkt rund fünf Prozent ins Minus sackte.

Gleichzeitig verbesserte sich durch die verlängerte Wertschöpfungskette die Erlösmarge. Nach elf Prozent im letzten Jahr sollen 2009 zwölf Prozent Betriebsgewinn (Ebit) vom Umsatz übrig bleiben, 2010 sogar 13 Prozent. Allein das Wachstumsziel, das zuletzt noch mit einem Plus von zwölf Prozent angegeben wurde, schwächte Vorstandschef Weber ab und spricht nun von "zweistellig". "Wir werden Kunden mit schlechter Bonität restriktiver und eventuell nur noch auf Vorkasse beliefern, um unsere Marge nicht zu gefährden", sagte er.

"Angesichts der erhöhten Vorsicht bei Kunden mit schlechter Bonität und des schwachen Konsumklimas in wichtigen Auslandsmärkten werten wir das zweistellige Umsatzwachstumsziel für das laufende Geschäftsjahr als ambitioniert", kommentierte Alexander Schlipf vom Bankhaus Metzler die Prognose.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%