Bekleidungshersteller
Outdoor-Fans wollen mehr Öko-Ware

Kristallklare Seen, blauer Himmel und grüne Wiesen: Die Hersteller von Outdoor-Equipment werben für ihre Produkte gerne in unverfälschter Natur. Doch Wanderhosen, Shirts und Co. haben bis heute kaum natürliche Bestandteile – sie bestehen vor allem aus Kunststoffen. Bekleidungshersteller nehmen Bio-Produkte nur zögerlich in ihr Programm.

FRIEDRICHSHAFEN. Erst langsam erkennen die Anbieter, dass Bio auch in ihrer Branche als Verkaufsargument wichtiger wird. „Immer öfter fragen Kunden nach, aus welchen Materialien die Produkte sind“, sagt Klaus Jost, Chef des Sporthändlerverbunds Intersport. „Die Zielgruppe für Bio wächst.“

Der Druck der Käufer veranlasst die Hersteller allerdings zum Umdenken. Erste Anbieter nehmen deshalb nun Öko-Produkte ins Programm. Beispiel Vaude: Das Familienunternehmen aus dem oberschwäbischen Tettnang bringt jetzt einen Schlafsack auf den Markt, der zur Hälfte mit Holzfasern gefüllt ist, die aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen. Das Polyester des neuen Modells, der Stoff um die Füllung herum, ist aus recyceltem Material. Damit nicht genug: „Wir berücksichtigen ökologische Aspekte schon bei der Produktentwicklung“, sagt Firmenchefin Antje von Dewitz. Das Unternehmen habe sämtliche Herstellungsprozesse bis hin zum Färben verändert.

Die Branche gibt sich einen grünen Anstrich – und wirbt kräftig mit dem neuen Öko-Image. „Kaum eine Marke stellt Nachhaltigkeit heute nicht heraus“, sagt Adrian Huber, für die Markenführung des Schweizer Bergsportausrüsters Mammut zuständig. Doch es fällt den Anbietern schwer, glaubwürdige Konzepte zu entwickeln. „So viel Bio-Baumwolle, wie es in den Läden zu kaufen gibt, wird weltweit gar nicht hergestellt“, lästert Huber, der für Mammut ein Konzept für nachhaltige Unternehmensführung erstellt hat.

In den vergangenen Jahren haben die Anbieter gut davon gelebt, ihre Jacken und Hosen, Zelte und Rucksäcke leichter und praktischer zu machen. Die Outdoor-Branche wächst sogar in der Krise stark und setzt heute in Europa fast sechs Mrd. Euro um.

Als Wachstumstreiber haben sich hohe Qualität und besondere Eigenschaften von Produkten erwiesen – etwa beim wasserdichten und atmungsaktiven Stoff von Gore-Tex. Doch das ist auch das Problem: Noch haben die meisten Hersteller keinen Weg gefunden, die Eigenschaften von Textilien wie Gore-Tex mit natürlichen oder biologisch hergestellten Rohstoffen zu erreichen. Die Hersteller können auf hochwertige Kunststoffe nicht verzichten.

Mammut hat immerhin seine erste Kletterhose aus Bio-Baumwolle vorgestellt. Die Eidgenossen setzen dabei auf das Qualitätssiegel „Bio-Re“. Das Label soll unter anderem gute Hautverträglichkeit sowie eine menschenwürdige Produktion garantieren.

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