Bekleidungskonzerne locken Finanzinvestoren
Mottenalarm in der Modebranche

Im Stoff von Hugo Boss scheint er sich jetzt festgefressen zu haben wie eine Motte - der Finanzinvestor Permira. In der vergangenen Woche wurde bei einer außerordentlichen Aufsichtsratsitzung die Ausschüttung in Höhe von 450 Mill. Euro beschlossenen, wofür sich der Modekonzern höher verschulden muss. Ein Einzelfall in der deutschen Modebranche? Jein!

DÜSSELDORF. Die vom Boss-Aufsichtsrat beschlossene Ausschüttung, gegen die die komplette Arbeitnehmervetretung gestimmt hatte, ist wohl nur der erste Streich. Der zweite soll nächstes Jahr mit einer ähnlich hohen Ausschüttung folgen. Nach Vorstandschef Bruno Sälzer und Produktionsvorstand Werner Lackas kündigte jetzt auch noch der amtierende Aufsichtsratchef Giuseppe Vita seinen Rückzug an.

Ein Einzelfall in der deutschen Modebranche? Jein. Um die deutschen Modemarken kreisen die Finanzinvestoren wie die Motten um das Licht. Die Liste ihrer Landeplätze ist lang: Jil Sander, Basler, Tom Tailor, Eterna, Street One. Doch zum Eklat zwischen Arbeitnehmerschaft, Aufsehern, Management und neuem Eigentümer wie bei Hugo Boss ist es bisher noch nie gekommen. Die Private-Equity-Gesellschaften Alpha, Apax, Change Capital Partners, EQT und Quadriga wirkten im Stillen.

Beispiel Tom Tailor aus Hamburg: Die 1962 gegründete Modemarke gehört seit Februar 2005 mehrheitlich Alpha. Die Beteiligungsgesellschaft machte Dieter Holzer zum Geschäftsführer und beteiligte ihn mit fünf Prozent. Der ehemalige Tommy-Hilfiger-Manager straffte die Strukturen, indem er die freien Handelsvertreter durch eigene Verkaufsbüros ersetzte und die Zahl der Lieferanten in Osteuropa und Asien auf 120 halbierte.

Darüber hinaus baute die Marke ihre Präsenz im Einzelhandel durch neue Läden und eine breitere Kollektion aus. Das Ergebnis: Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 20 Prozent auf 261 Mill. Euro. Das ist flächenbereinigt nach Konzernangaben ein Plus von 17 Prozent. Auch das operative Ergebnis (Ebitda) wuchs vor Sondereinflüssen um ein Fünftel auf 36 Mill. Euro.

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