Belegschaft für Verkauf
Finanzinvestor setzt Märklin unter Druck

Die Belegschaft an den deutschen Märklin-Standorten hat sich für den Verkauf des Unternehmens an einen britischen Finanzinvestor ausgesprochen. Die Mitarbeiter des Modellbahnherstellers sehen ihre Arbeitsplätze in Gefahr, falls die Zukunft des Unternehmens weiter unklar bleiben sollte. Der Investor stellt bereits erste Forderungen.

HB STUTTGART. Der britische Finanzinvestor Kingsbridge Capital setzt den schwäbischen Modellbahn-Hersteller Märklin unter Druck, die Mehrheit am Unternehmen zu verkaufen. Kingsbridge verlange, dass sich die Eigentümer des Traditionsunternehmens bis Mittwoch einvernehmlich für den Verkauf der Anteilsmehrheit an den Finanzinvestor aussprächen, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Bislang sperrten sich drei Miteigentümer. Sofern diese ihre Meinung nicht änderten, sei der Fortbestand des Unternehmens gefährdet, da dann Kredite fällig gestellt würden.

Die Betriebsräte verschickten laut „Stuttgarter Zeitung“ indes einen offenen Brief an die drei der 22 Märklin-Gesellschafter. „Wir appellieren an Ihr Verantwortungsbewusstsein, Ihr persönliches Interesse zu Gunsten der Schicksale von zirka 1350 Familien zurückzustellen“, schrieben die Betriebsräte aus Göppingen, Nürnberg und Sonneberg (Thüringen).

Ein Firmensprecher bestätigte die Existenz des Schreibens am Dienstag auf Anfrage. In dem Schreiben heißt es dem Bericht zufolge weiter, es liege ein Angebot von einem finanzkräftigen Investor vor. „Dieses sollte trotz aller Ungewissheit nicht ausgeschlagen werden.“ Märklin kämpft seit einigen Jahren mit sinkenden Umsätzen.

Das Unternehmen ist den Angaben zufolge mit rund 55 Millionen Euro verschuldet. Kredite über zehn Millionen Euro gehören bereits Kingsbridge. Der Investor hat sie von der DZ Bank übernommen. Die Landesbank Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die Sparkasse Göppingen hätten Märklin jeweils 20 Millionen Euro Kredit gegeben. Mit weiteren fünf Millionen Euro sei Märklin bei der Commerzbank verschuldet.

LBBW-Chef Siegfried Jaschinski hatte zuvor in Stuttgart versichert, dass das Bankhaus Märklin die Treue halten und keine Kreditforderungen verkaufen werde. „Wir sind ein stabiler Partner“, sagte er. Die LBBW glaube an die Zukunft von Märklin, allerdings müssten sich auch die Eigentümer einig sein. Mit Eigenkapital wolle die staatliche Bank das unter schwacher Nachfrage und Konkurrenzdruck leidende Unternehmen jedoch nicht unterstützen. „Wir sind ein großer Kreditgeber und wollen nicht gleichzeitig auch noch Eigenkapitalgeber sein“, sagte Jaschinski.

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