Belegschaft will weiter streiken
Bei AEG schwindet Hoffnung auf „Happy End“

Der schwedische Electrolux-Konzern hält an der Schließung des Nürnberger AEG-Werks fest. „Das Werk ist nicht wettbewerbsfähig“, sagte Electrolux-Sprecher Michael Eichel. Auch die IG Metall gibt sich weiter kämpferisch, doch an ein „Happy End“ glaubt indes niemand so recht.

HB NÜRNBERG. Das überraschende Treffen von Electrolux-Chef Hans Straberg und der IG Metall am Wochenende in München sei zwar „schon ein bisschen was“, ist bei den streikenden AEG-Mitarbeitern in Nürnberg am Montag zu hören. Das geplante Aus des Werkes zum 31. Dezember 2007 werde aber wohl nicht mehr zu verhindern sein, dies glaubt auch die 55-jährige Josefine Hempe. „Ich habe immer gerne hier gearbeitet“, erzählt sie. 35 Jahre lang habe sie Geschirrspüler hergestellt. Auch ihr türkischer Kollege hat nur noch wenig Hoffnung. „Der Streik wird weitergehen“, sagt der Arbeiter resigniert. „Noch zwei, drei Wochen“.

Trotz vorherrschender Skepsis wertet der bayerische IG Metall-Vize Jürgen Wechsler das jüngste Treffen als Erfolg. „Niemand anderes als die Streikenden haben es erreicht, dass Straberg von seinem hohen Ross runter und zu dem Gespräch nach Deutschland kommen musste“, sagt der hagere Gewerkschafter nicht ohne Stolz. Dafür habe Starberg sogar eine Geschäftsreise nach Indien unterbrechen müssen.

Tatsächlich hüllte sich Electrolux wochenlang in Schweigen. Nachdem die rund 1 700 Beschäftigten des Nürnberger Werks am 12. Dezember über die Produktionsverlagerung nach Polen zum Ende des kommenden Jahres informiert worden waren, hatten keine Gespräche mehr stattgefunden. Während die IG Metall der Electrolux-Geschäftsleitung bereits im Vorfeld ein Konzept vorgelegt hatte, in dem unter anderem ein Stellenabbau und eine Reduzierung der Stückzahlen vorgeschlagen worden waren, um die komplette Werksschließung zu verhindern, hatte Electrolux seinerseits kein Angebot vorgelegt.

Zuletzt wollte die IG Metall über einen Sozialtarifvertrag verhandeln, der neben hohen Abfindungen auch eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft sowie eine Altersteilzeitregelung vorsah. Auch darauf sei das Management nicht eingegangen. Mitte Januar erklärte die IG Metall die Gespräche dann für gescheitert und rief zum Streik auf, dem in einer Urabstimmung mehr als 96 Prozent der Belegschaft zustimmten.

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