Die Gründe für solche Vor-Prämieren sind vielfältig. „Wir wollen natürlich unser Risiko minimieren und gleichzeitig das Produkt weiter verbessern“, sagt Isabelle Maes von Beiersdorf.
Der Konzern testete zahlreiche Produkte – von der Baby-Pflege bis zur Gesichtscreme – in Belgien. 2005 kam hier eine Anti-Falten-Creme auf den Markt – mit Erfolg. Auf Anhieb schaffte Beiersdorf einen Marktanteil von 3,5 Prozent. „Gleichzeitig konnten wir das Produkt verändern – zum Beispiel haben wir die Informationen auf der Verpackung verringert und die Hauptfigur in den Werbefilmen ausgetauscht“, erinnert sich Maes. Beides war von den belgischen Kunden moniert worden. Ein paar Monate später konnte die Creme dann in überarbeiteter Form in sieben anderen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, verkauft werden.
Nur einen Nachteil haben die Testläufe, sagt Marketing-Chefin Maes: „Die Konkurrenz hat Zeit, sich unser Produkt genau anzuschauen und eventuell etwas ähnliches zu entwickeln.“ Deshalb werden die ganz großen Neuheiten erst gar nicht vorgetestet, sondern überall in Europa gleichzeitig auf den Markt gebracht.

