Belgische Firma verklagt Zementhersteller
Dyckerhoff droht Millionen-Klage

Wegen angeblicher Preisabsprachen will die belgische Firma Cartel Damage Claims (CDC) den Zementhersteller Dyckerhoff und zwei weitere Konzerne vor Gericht zerren. CDC fordert rund 140 Millionen Euro Schadenersatz.

HB FRANKFURT. „Die Klage wird in der kommenden Woche beim Landgericht Düsseldorf eingereicht“, sagte der Vorsitzende des CDC-Verwaltungsrats, Ulrich Classen, der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Sein Unternehmen habe die Rechte für die Ansprüche aus Schadenersatzklagen von 28 kleinen und mittleren Zementkunden in Deutschland erworben.

Eine Sprecherin von Dyckerhoff sagte, das Unternehmen räume der Klage kaum eine Chance ein. Es würden in diesem Zusammenhang auch kein Rücklagen gebildet. Das Bundeskartellamt hatte 2003 gegen Dyckerhoff und fünf weitere Zementunternehmen wegen Preisabsprachen ein Bußgeld in Höhe von insgesamt 660 Mill. € verhängt. Dyckerhoff hatte dagegen Widerspruch eingelegt, eine Entscheidung darüber steht noch aus. Die Aktie des Unternehmens gab am Freitag zeitweise um mehr als zwei Prozent nach.

Die Schadenersatzklage richte sich neben Dyckerhoff auch gegen die Zementhersteller Lafarge und Readymix, sagte CDC-Chef Classen. Die Gesellschaft ist auf den Ankauf, die Bündelung und Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen spezialisiert. Nach Angaben Classens beziehen sich die Vorwürfe auf den Zeitraum 1993 bis 2002. Den Kunden der Zementhersteller sei pro Tonne ein Schaden von 14 € entstanden. Die Mindestschadenssumme sei auf 102 Mill. beziffert worden, die inzwischen aufgelaufenen Zinsen auf 42,4 Mill. €.

„Wir schätzen die Erfolgsaussichten als gering ein, weil es dafür keine Grundlage gibt“, sagte eine Dyckerhoff-Sprecherin. In dem betreffendem Zeitraum hätten die Zement-Preise in Deutschland „deutlich unter dem europäischen Durchschnitt“ gelegen. „Wir haben in der Vergangenheit immer faire Preise gehabt“, fügte sie hinzu. Zu dem Vorwurf der Preisabsprache wollte sich das Unternehmen nicht äußern, da es sich um ein laufendes Verfahren handele. Über den beim Bundeskartellamt eingelegten Widerspruch sei noch nicht entschieden worden. „Der Widerspruch basiert auf der Annahme des Bundeskartelamts, dass es einen Mehrwert gegeben hat.“ Dies sei nicht der Fall.

Das Bundeskartellamt hatte im April 2003 wegen jahrelanger Preisabsprachen gegen gegen sechs Zementkonzerne, darunter die Wiesbadener Dyckerhoff AG, die französische Lafarge und die britische Readymix, eine Rekordbuße von insgesamt 660 Mill. € verhängt. Das gegen Dyckerhoff verhängte Bußgeld beträgt nach Angaben des Unternehmens 95 Mill. €.

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