Belgischer Energieversorger: Electrabel buhlt um Stadtwerke

Belgischer Energieversorger
Electrabel buhlt um Stadtwerke

Der belgische Energiekonzern Electrabel streckt seine Fühler nach Kommunalversorgern in Deutschland aus. Dabei ist das Unternehmen ebenso an reinen Kooperationen interessiert wie an einer Beteiligung. Konkret im Blick hat er unter anderem die von der Stadt Leipzig geplante Teilprivatisierung ihrer Stadtwerke.

DÜSSELDORF. „Wir suchen Partnerschaften mit deutschen Stadtwerken“, sagte CEO Jean-Pierre Hansen im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Das können reine Kooperationen sein, wir sind aber auch an Beteiligungen interessiert.“

Belgiens größter Versorger, eine Tochter des französischen Branchenriesen Suez, ist bereits seit 1998 auf dem deutschen Markt aktiv. Electra-bel Deutschland setzte 2006 rund 670 Mill. Euro um und verkaufte 7,6 Terawattstunden (TWh) Strom sowie 1,7 TWh Gas. Das Unternehmen arbeitet bereits mit einigen Kommunalversorgern beim Vertrieb von Strom, Gas, Fernwärme und Energiedienstleistungen zusammen. Gemeinsam mit den Stadtwerken Saarbrücken betreibt es etwa das Gemeinschaftsunternehmen Energie Saarlorlux und auch mit den Stadtwerken Gera ist es in zwei Joint Ventures verbunden.

„Wir sind hier zwar schon seit einigen Jahren präsent, aber jetzt kommt Bewegung in den Markt“, sagt Hansen. Er sieht deutlich verbesserte Rahmenbedingungen in Deutschland. Insbesondere lobte er die Arbeit der Bundesnetzagentur, die derzeit entschlossen versucht, neuen Wettbewerbern einen fairen und günstigen Zugang zum Netz der etablierten Konzerne zu verschaffen.

Electrabel will sein Geschäft in Deutschland nach Hansens Worten auf mehreren Ebenen ausbauen: Sowohl in der Erzeugung als auch im Vertrieb an Groß- und Endkunden. Eine strategische Rolle sollen dabei eben Kooperationen mit Kommunalversorgern spielen. Er bietet ihnen im Gegenzug beispielsweise eine Beteiligung am Bau und Betrieb von Kraftwerken an.

Electrabel entwickelt in Deutschland bereits drei konkrete Kraftwerksprojekte. In Norddeutschland plant das Unternehmen drei jeweils 800-Megawatt starke Anlagen – an den Standorten Brunsbüttel, Stade und Wilhelmshaven. Für zwei Projekte hat die Gruppe mit Anlagenbauern bereits Vorverträge abgeschlossen und spricht mit potenziellen Kooperationspartnern. Alle drei Kraftwerke sind derzeit mit Kohle geplant. „Wir denken aber weiter auch über Gaskraftwerke nach“, sagt Hansen.

Denkbar wäre es, dass Kommunalversorger Anteile an diesen Kraftwerken erwerben, erläutert Hansen. Im Gegenzug erhofft sich Electrabel von Kooperationen mit Stadtwerken den Zugang zum Kunden. „Einen flächendeckenden Vertrieb wie die großen Konzerne wollen wir nicht aufbauen“, erläutert der CEO, „aber über die Stadtwerke kommen wir an die Kunden.“

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