Bereinigter operativer Konzerngewinn erreicht mit 5,1 Milliarden Euro die Zielmarke
Chrysler-Krise wirft Daimler nicht um

Der Autokonzern Daimler-Chrysler ist trotz der massiven Probleme seiner US- Sparte im vergangenen Jahr beim Ergebnis nicht aus der Spur geraten. Der Stuttgarter Konzern übersprang nach vorläufigen Geschäftszahlen mit 5,7 Mrd. Euro sein selbst gestecktes Ziel eines operativen Gewinns von etwa 5 Mrd. Euro im Jahr 2003 deutlich und wird eine unveränderte Dividende ausschütten, wie der fünftgrößte Autohersteller der Welt in Stuttgart mitteilte.

hz FRANKFURT/M. Ohne die Hilfe des Ertrags aus dem Ende des Jahres vollzogenen Verkauf des Triebwerkherstellers MTU wurde die Zielmarke mit einem bereinigten Gewinn von 5,1 Mrd. Euro aber nur leicht überschritten, betonten Analysten. Die Aussichten für 2004 beurteilen die Experten indes unterschiedlich: Während die Experten von Hypo-Vereinsbank und Merck Finck & Co. einen weiter steigenden operativen Gewinn in Höhe von rund 6 Mrd. Euro erwarten, rechnen die Analysten der US-Investmentbank Merrill Lynch sowie von WestLB Panmure mit einem leichten Rückgang.

Deutlich niedriger als der operative Gewinn fiel 2003 das Nettoergebnis des Konzerns aus. Der Jahresüberschuss litt unter einer hohen Abschreibung von knapp 2 Mrd. Euro auf die Beteiligung am Luft- und Raumfahrt-Konzern EADS, weshalb unter dem Strich für 2003 nur ein Gewinn von 448 Mill. Euro übrig blieb. Der Umsatz fiel zugleich wegen der Euro-Stärke um 7 % auf 136,44 Mrd. Euro. Analysten zeigten sich vor allem von dem Nettoergebnis enttäuscht. Die Börse reagierte jedoch unbeeindruckt: Die Daimler-Aktie schlug kaum aus.

Die wichtige Frage, wie die einzelnen Konzernsparten abgeschnitten haben, will Vorstandschef Jürgen Schrempp erst auf der Bilanzpressekonferenz am 19. Februar erläutern. Experten sind sich aber sicher, dass neben der Ertragssäule Mercedes-Benz vor allem das besser als erwartet gelaufene Geschäft der Nutzfahrzeugsparte sowie der Finanzdivision das Konzernergebnis der Stuttgarter gerettet haben.

Nach der Trendwende bei der US-Tochter Freightliner trauen Analysten der von Eckhard Cordes geführten Lastwagen- und Bussparte einen eindrucksvollen Turnaround zu: Sie kalkulieren hier mit 660 Mill. Euro Gewinn – ein um eine Mrd. Euro höheres Ergebnis als 2002, als Restrukturierungskosten die Sparte tief in die roten Zahlen drückten. Auch das Bank- und Leasing-Geschäft dürfte mit knapp 1,3 Mrd. Euro rund ein Drittel mehr verdient haben als ein Jahr zuvor. An eine operative „schwarze Null“ bei Chrysler glaubt dagegen kaum noch ein Experte. Im vierten Quartal hätte Chrysler dazu knapp 650 Mill. Euro operativen Verlust aufholen müssen. Daimler wies jetzt Restrukturierungskosten für die US-Sparte von 469 Mill. Euro aus, die aber nicht in das Ergebnis aus dem laufenden Geschäft eingehen.

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