Bereit für den Kapitalmarkt
Evonik steigert Umsatz und Ergebnis

Der neu formierte Mischkonzern Evonik Industries hält mit gesteigertem Umsatz und Ergebnis Kurs auf den Kapitalmarkt. 2007 legte der Umsatz um zwei Prozent auf 14,4 Milliarden Euro zu.

HB ESSEN. Der Umsatz habe 2007 um zwei Prozent auf 14,4 Mrd. Euro zugelegt, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) wuchs deutlich um 14 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro, teilte das Unternehmen am Montag in Essen mit. "Ob sich unsere Eigentümerin nun in einem ersten Schritt für den Börsengang oder einen Investor entscheidet - wir sind bereit", schrieb Firmenchef Werner Müller in einem Brief an die Mitarbeiter.

Das 2006 aus dem früheren RAG -Konzern herausgelöste und 2007 in Evonik umbenannte Industrieunternehmen will im Sommer dieses Jahres 25 Prozent der Anteile an einen Investor oder die Börse abgeben. Aus den Evonik -Erlösen sollen die Ewigkeitslasten für den Ausstieg aus dem deutschen Steinkohlebergbau etwa für die Entwässerung alter Schächte und Bergschäden finanziert werden. Eigentümerin ist die RAG - Stiftung. Die Stiftung hatte angekündigt, an Evonik eine Sperrminorität von gut 25 Prozent dauerhaft zu halten.

Auf eine Pressekonferenz zur Bilanzvorlage und einen Ausblick auf das laufende Jahr verzichtete das Unternehmen unter Hinweis auf die gesetzlichen Auflagen vor einem Börsengang. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa werden elf internationale Finanzinvestoren für das 25-Prozent-Paket bis Ostern ihre unverbindlichen Angebote abgeben. Der Kaufpreis soll "zwei Mrd. Euro plus x" betragen. Angesichts des sehr schwachen Börsenumfeldes, das bei einem Börsengang hohe Abschläge nötig machen würde, halten Beobachter diesen Weg für unwahrscheinlich.

Zu dem Gewinnanstieg 2007 hätten alle drei Geschäftsfelder Chemie (früher Degussa), Energie (ehemals Steag) und Immobilien beigetragen, erklärte Müller. Die Chemie - das mit rund elf Mrd. Euro Umsatz wichtigste Geschäftsfeld - erreichte dabei einen EBIT-Zuwachs von 16 Prozent. Verantwortlich dafür seien die gestiegene Nachfrage und höhere Preise sowie die Straffung der internen Strukturen gewesen, heißt es in der Mitteilung. Für 2008 erhofft sich die Unternehmensleitung durch die Zusammenlegung der bisher zwölf auf sechs Chemie-Geschäftsbereiche noch mehr Effizienz.

Das Energiegeschäft profitierte vom gestiegenen Absatz und dem einmaligen Effekt eines Beteiligungsverkaufs auf den Philippinen. Der Umsatz legte um neun Prozent auf 2,8 Mrd. Euro zu, das Betriebsergebnis wuchs trotz des schwachen Dollar um 15 Prozent. Die Immobilien verzeichneten Rückgänge beim Umsatz durch weniger Wohnungsverkäufe, dank Restrukturierung und effizienterer Bewirtschaftung aber ebenfalls ein leichtes Ergebniswachstum.

Das Unternehmen wies ein Konzernergebnis von 876 Mill. Euro nach gut einer Milliarde im Vorjahr aus. Der Rückgang von 16 Prozent sei erwartungsgemäß wegen hoher Verkaufserlöse im Vorjahr für die Sparten Bauchemie und Lebensmittelzusätze eingetreten. Das gute Ergebnis werde 2008 für eine Steigerung der Investitionen um rund ein Drittel auf 1,5 Mrd. Euro genutzt, so die Mitteilung. Die Nettofinanzschulden wurden um 800 Mill. Euro auf 4,6 Mrd. Euro verringert. Evonik Industries beschäftigte Ende 2007 gut 43 000 Menschen nach 41 500 zum Ende des Vorjahres.

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