Bereits 6300 Vorverträge über Altersteilzeit
VW bringt Stellenabbau leise über die Bühne

Der Autokonzern VW hat einen Großteil seines geplanten Stellenabbaus bereits unter Dach und Fach. Nach Unternehmensangaben ist das Ausscheiden von 6300 Mitarbeitern per Altersteilzeit bereits beschlossene Sache.

hz HB FRANKFURT/M. Entsprechende Vorverträge seien schon Ende 2003 mit den Beschäftigten geschlossen worden, da sich danach die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Altersteilzeit verschlechtert hätten, sagte gestern ein Unternehmenssprecher in Wolfsburg.

Damit dürfte mehr als die Hälfte des sich abzeichnenden Arbeitsplatzabbaus bereits sichergestellt sein. Laut Expertenschätzungen sollen bei VW bis zu 10 000 Stellen und damit fast zehn Prozent der Arbeitsplätze in den westdeutschen Werken wegfallen, davon rund die Hälfte in Wolfsburg. Die VW-Aktie zählte gestern zu den Gewinnern.

VW-Chef Bernd Pischetsrieder hatte im Juli lediglich angedeutet, in Deutschland bis zu 6 000 VW-Beschäftigte in den kommenden Jahren über Altersteilzeit abzubauen. Die Wolfsburger sind damit offenbar weiter als der Stuttgarter Konkurrent Daimler-Chrysler, dessen Gespräche über ein freiwilliges Ausscheiden mittels Abfindungen von 8 500 Mercedes-Mitarbeitern erst im Oktober dieses Jahres angelaufen sind.

Daimler und VW müssen beim Stellenabbau auf freiwillige Angebote setzen, da beide Unternehmen im vergangenen Jahr im Rahmen eines Beschäftigungssicherungspaktes auf betriebsbedingte Kündigungen bis zum Ende des Jahrzehnts verzichteten. Die Vereinbarungen lassen jedoch Vorruhestandsvereinbarungen, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge zu. Offiziell will VW noch immer nicht sagen, wie viele Jobs in den nächsten Jahren dem Rotstift zum Opfer fallen. „Wir können noch keine genaue Zahl nennen“, sagte ein VW-Sprecher in Wolfsburg.

Intern nimmt der geplante Stellenabbau längst konkrete Formen an. Die betroffenen Beschäftigten würden in den kommenden Wochen angesprochen, hieß es bereits in der Mitarbeiter-Zeitung „Autogramm“.

Die Personalmaßnahmen werden VW voraussichtlich eine dreistellige Millionensumme kosten. Nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen wollen die Wolfsburger beim geplanten Stellenabbau im Durchschnitt 60 000 Euro zahlen. Damit kämen auf Volkswagen rein rechnerisch Belastungen in den kommenden Jahren von rund 600 Mill. Euro zu. Die Kosten für den Stellenabbau dürften für Europas größten Autokonzern damit deutlich niedriger als für Daimler-Chrysler ausfallen. Mercedes hat für den geplanten Abbau von 8 500 Stellen 950 Mill. Euro veranschlagt.

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