Bergbaukonzern
Anglo American erhöht Produktion

Der Bergbaukonzern Anglo American fördert wieder mehr Rohstoffe. Im ersten Halbjahr hatte das Unternehmen die Krise noch stark gespürt. Aber Anglo American baut nicht nur auf, sondern auch ab. Das Management soll verschlankt werden.

HB LONDON. Der britische Bergbaukonzern Anglo American hat wie seine Konkurrenten im dritten Quartal die Förderung von Rohstoffen kräftig erhöht. Nach Angaben vom Donnerstag stieg die Kupferproduktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,4 Prozent, der Eisenerzabbau um 15,7 Prozent und die Platinförderung um 15,8 Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Im ersten Halbjahr hatte Anglo American wegen der Wirtschaftskrise noch einen Gewinneinbruch von zwei Drittel hinnehmen müssen.

In den vergangenen Tagen hatten bereits Rio Tinto, Xstrata und BHP Billiton eine Erhöhung ihres Ausstoßes von Juli bis September mitgeteilt und damit Mut für einen Aufschwung der Weltkonjunktur gemacht. Die Bergbaukonzerne gelten mit ihrem zyklischen Geschäft als wichtige Gradmesser.

Anglo-American-Chefin Cynthia Carroll kündigte am Donnerstag zugleich an, das Management zu verschlanken. Dadurch will sie die Kosten für die Führungsebene um 25 Prozent senken, was Einsparungen von rund 120 Mio. US-Dollar pro Jahr entsprechen würde. Künftig soll der Konzern von sieben dezentralen Teams gelenkt werden. Davon verspricht sich Verwaltungsratschef John Parker nach eigenen Angaben eine effizientere Verwaltung. Investoren und der mit einem Fusionsversuch gescheiterte Rivale Xstrata hatten bei Anglo American zuletzt einen zu großen und wenig effizienten administrativen Aufwand bemängelt.

Zudem will sich der Konzern den Angaben zufolge von seinem Zink-Geschäft ebenso trennen wie von der Metallgruppe Scaw. "Wir wollen uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren, da ist die Trennung von einigen Randaktivitäten ein logischer Schritt", erklärte Konzernchefin Carroll.

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