Bergbaukonzern : Rio-Tinto-Chef tritt nach Milliarden-Debakel zurück

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Rio-Tinto-Chef tritt nach Milliarden-Debakel zurück

Das Aluminiumgeschäft von Rio Tinto und der Kohleabbau in Afrika entwickeln sich schlechter als gedacht. Der australisch-britische Bergbaukonzern muss eine Milliardensumme abschreiben. Konzernchef Albanese tritt zurück.
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LondonDer nach Börsenwert zweitgrößte Bergbaukonzern der Welt, Rio Tinto, muss überraschend rund 14 Milliarden Dollar abschreiben. Zudem tritt Vorstandschef Tom Albanese zurück. Als Nachfolger rückt Sam Walsh an die Spitze des Rohstoffkonzerns. Er steuerte bisher die Eisenerzsparte des Konzerns.

Die Abschreibungen betreffen mit einem Volumen von zehn bis elf Milliarden Dollar vor allem die Aluminiumsparte, teilte der britisch-australische Konzern mit. Weitere drei Milliarden Dollar entfallen auf die erst neu zugekaufte Kohlesparte im afrikanischen Mosambik. Obendrein fallen noch weitere, kleinere Abschreibungen an. Details will das Unternehmen mit seinen Geschäftszahlen am 14. Februar veröffentlichen. Die in London notierten Aktien brachen um bis zu 4,6 Prozent ein.

Der Minenbetreiber mit Sitz in London und Melbourne hatte im ersten Halbjahr einen Gewinnrückgang um 22 Prozent erlitten. Der Nettogewinn schrumpfte auf 5,9 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Plus von 7,6 Milliarden Dollar. Im November vergangenen Jahres legte der Konzern daher ein milliardenschweres Sparprogramm auf.

„Der Aufsichtsrat von Rio Tinto räumt ein, dass eine Abschreibung in dieser Größenordnung bei dem recht neuen Zukauf in Mosambik unannehmbar ist“, sagt Jan du Plessis, Aufsichtsratschef von Rio Tinto. Zudem seien die Kontrolleure enttäuscht, dass eine weitere große Abschreibung auf das Aluminiumgeschäft nötig sei, auch wenn insgesamt das Umfeld in dieser Branche sich ungünstig wandle. Der Aluminiumpreis sank im vergangen Jahr um über acht Prozent.

Das Unternehmen begründet die Wertberichtigungen mit der schlechten Entwicklung des Aluminiummarkts im vergangenen Jahr. Hohe Kosten für Energie und Rohstoffe sowie ungünstige Wechselkurse hätten die Preise in dem Markt belastet. Rio hatte den Wert seines Aluminiumgeschäfts bereits im Februar 2012 um rund neun Milliarden Dollar reduziert. Konzernchef Albanese hatte 2007 das Aluminiumgeschäft Alcan für 38 Milliarden Dollar gekauft.

Rio Tinto stand damals unter Druck, sich zu vergrößern oder selbst geschluckt zu werden. Doch die Milliardenfusion erwies sich als Problem für die Australier, die jahrelang Verluste in der Aluminiumsparte anhäuften. Der größte Teil der Geschäfte in Australien und Neuseeland steht zum Verkauf, trifft aber auf wenig Interesse bei möglichen Käufern.

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