Bergbaukonzern überbietet Alcoa bei Alukonzern Alcan
Rio Tinto schmiedet neuen Rohstoff-Giganten

Der australische Bergbaukonzern Rio Tinto ist dem kanadischen Aluminiumhersteller Alcan in seinem Abwehrkampf gegen den US-Konkurrenten Alcoa beigesprungen. Stolze 38,1 Mrd. US-Dollar legen die Manager aus Down Under auf den Tisch, um Alcan zu kaufen – die Aktionäre dürften kaum widerstehen können.

HB SYDNEY. Je Alcan-Aktie bietet Rio Tinto 101 Dollar in bar, wie der Konzern am Donnerstagmorgen mitteilte. Das fusionierte Unternehmen soll Rio Tinto Alcan heißen und seinen Hauptsitz im kanadischen Montreal haben. Sollte die Übernahme gelingen, löste der neue Rohstoffriese die russische Rusal als weltgrößten Aluminium-Hersteller ab.

„Diese Transaktion kombiniert zwei führende und komplementäre Aluminum-Geschäftsbereiche“, sagte Paul Skinner, Chairman von Rio Tinto, zu der Transaktion. Beide Gesellschaften rechnen mit Synergien von rund 600 Mill. Dollar im Jahr. Die Umsetzung der Akquisition ist an die Bedingung gebunden, dass mindestens 66,67 Prozent der Alcan-Aktionäre zustimmen. Für den Fall eines Nichtzustandekommens wurde eine Ausgleichszahlung von 1,05 Mrd. Dollar vereinbart.

Dass Rio Tinto zum Zuge kommt, daran zweifeln Experten kaum. Zum einen steht nach Angaben vom Donnerstag das Alcan-Management hinter dem Vorstoß; der jetzige Alcan-Chef Dick Evans soll auch den Gesamtkonzern führen. Zum anderen fällt das Gebot nach Ansicht eines Händlers „sehr hoch“ aus. „Das ist ein Haufen Geld“, sagte der Börsianer, aber das seien eben die Prämien, die in diesem Sektor zu zahlen seien.

Wie reagiert Alcoa?

Es bleibt allerdings die Unsicherheit, wie Alcoa auf die konkurrierende Übernahmeofferte reagiert. Es sei nicht auszuschließen, dass Alcoa das Gebot von Rio Tinto überbieten werde, sagte der Händler. Zumindest werde dieses Szenario wohl von einigen Investoren am Markt gespielt werden. Im Klartext: Die Alcan-Aktie dürfte über die gebotenen 101 Dollar steigen. Allerdings bietet Alcoa mit momentan 29 Mrd. Dollar wesentlich weniger als Rio Tinto und müsste noch einmal gehörig drauflegen. Hinzu kommt, dass sich Alcoa gegen Alcan wehrt, was die Übernehme verkomplizieren würde.

Bereits in der vergangenen Woche war verlautet, dass der weltweit zweitgrößte Bergbaukonzern Rio Tinto die Übernahmepläne von Alcoa für Alcan durchkreuzen könnte. Das australische Unternehmen habe die Deutsche Bank und Credit Suisse beauftragt, strategische Optionen zu prüfen, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen. Dazu zähle auch ein Gegenangebot.

Alcan wehrt sich seit Monaten gegen das Alcoa-Angebot. Bisher stößt das Angebot des US-Konkurrenten auf wenig Interesse bei den Alcan-Aktionären. Lediglich 0,1 Prozent der Alcan-Eigner das Angebot von Alcoa bereits akzeptiert. Daher hat Alcoa erst am Dienstag seine Offerte um einen Monat bis zum 10. August verlängert.

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