Bergbaukrise
RAG will Saar-Zeche wieder anfahren

Der Aufsichtsrat der RAG Deutsche Steinkohle AG wird sich Freitagabend auf einer Sondersitzung mit der Bergbaukrise an der Saar befassen. Nach Informationen des Handelsblatts wird der Vorstand des Zechenbetreibers RAG dem Kontrollgremium vorschlagen, den Betrieb der einzigen Zeche im Saarland wieder aufzunehmen. Die Steinkohleförderung soll dabei aber verlegt werden.

DÜSSELDORF. Die Förderung soll vom bisherigen Abbaugebiet Primsmulde nach Grangeleisen verlagert werden. Dort seien aufgrund einer günstigeren Geologie Erdbeben weniger wahrscheinlich, heißt es. Am Samstag will die RAG die Ergebnisse der Aufsichtsratssitzung bekanntgeben.

Das Bergwerk Saar steht nach dem bisher schwersten Grubenbeben in Deutschland seit dem 23. Februar still, die 3 300 Kohlekumpel beziehen Kurzarbeitergeld. Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) legt die Messlatte für die Wiederaufnahme des Betriebs hoch: Er fordert von der RAG die Garantie, künftige Grubenbeben auszuschließen.

Die Zeche an der Saar ist derzeit das kostengünstigste deutsche Bergwerk. Die reinen Förderkosten sind mit 100 Euro pro Tonne Steinkohle nur etwa halb so hoch wie bei den übrigen sieben Zechen in Nordrhein-Westfalen. Laut RAG steigen die Kosten durch die Verlagerung des Abbaus nach Grangeleisen kräftig. Unter dem Strich sei dies jedoch erheblich billiger als eine sofortige Schließung, die mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag zu Buche schlüge und den Verlust von 5 000 Arbeitsplätzen bei den Bergbauzulieferern zur Folge hätte.

Für Verluste des Zechenbetreibers RAG muss dessen Eigentümer, die RAG-Stiftung, geradestehen. Da aber mit dem Steinkohlefinanzierungsgesetz der finanzielle Rahmen bis zum Jahr 2012 feststeht und die Stiftung mit den bis dahin verbindlich zugesagten öffentlichen Zuwendungen auskommen muss, sehen Beobachter den Kohlekompromiss vom Februar 2007 gefährdet.

Markus Hennes
Markus Hennes
Handelsblatt / Teamleiter Sport
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