Bergbauriese
Rio Tinto will Diamantensuche aufgeben

Rio Tinto gräbt in Australien, Zimbabwe und Kanada nach Diamanten, doch damit soll bald Schluss sein. Der Konzern will sich auf profitablere Geschäftsfelder konzentrieren und erwägt gar, die Sparte zu verkaufen.
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MelbourneDer britisch-australische Bergbaukonzern Rio Tinto stellt sein Diamanten-Geschäft zur Disposition. „Wir prüfen, ob das Geschäft bei einem neuen Eigentümer besser aufgehoben ist“, sagte Spartenchef Harry Kenyon-Slaney am Dienstag laut Mitteilung in Melbourne. Der Prozess könne aber einige Zeit dauern. Mit einer Trennung des auf gut zwei Milliarden US-Dollar bewerteten Diamantenbereichs würde der Konzern neue Kapazitäten für den kapitalintensiven Ausbau seiner Eisenerzförderung schaffen. Bereits im November hatte Konkurrent BHP Billiton eine Überprüfung seiner Diamanten-Aktivitäten angekündigt.

Rio Tinto betreibt derzeit drei Diamanten-Minen in Australien, Kanada und Simbabwe. Auf die Sparte musste das Unternehmen im vergangenen Jahr 344 Millionen Dollar abschreiben, da die Kosten für den Ausbau der australischen Aktivitäten aus dem Ruder liefen. Zu den drei Förderstätten des Konzerns gehört auch der für rosa Diamanten berühmte Argyle-Tagebau in Australien - gemessen am Volumen das größte Abbaugebiet der Welt. Bei den Anlegern kamen die Verkaufspläne nicht besonders gut an: Rio-Tinto-Aktien legten zwar leicht zu, hinkten dabei jedoch dem Gesamtmarkt hinterher.

Konkurrent BHP befindet sich dem Vernehmen nach bereits in Verhandlungen mit möglichen Käufern seiner Diamantenmine in Kanada. Interesse sollen die Harry Winston Diamond Corp. sowie Finanzinvestoren wie KKR und Apollo haben. Die kanadische BHP-Mine liegt unweit der von Rio Tinto.

Weltgrößter Diamanten-Konzern mit einem Marktanteil von rund einem Drittel ist De Beers, das zum britischen Bergbaukonzern Anglo American gehört. Der Gewinn von Rio Tinto war 2011 wegen einer milliardenschweren Abschreibung auf das Aluminiumgeschäft eingebrochen. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen nach eigenen Angaben vom Donnerstag noch 5,8 Milliarden US-Dollar, rund 60 Prozent weniger als 2010.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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