Bergsteigen
Adidas startet neuen Ausflug ins Outdoor-Geschäft

Adidas will hoch hinaus. Mit dem Sponsoring der beiden Extrem-Bergsteiger Alexander und Thomas Huber möchte der Sportkonzern den Spezialisten Marktanteile abjagen und neue Umsatzgipfel erklimmen. Bislang ist die Bergtour für das Unternehmen allerdings noch kein Erfolg.

HERZOGENAURACH. Stars wie David Beckham oder Michael Ballack gehören in der Adidas-Zentrale zum gewohnten Bild. Seit Jahrzehnten sponsert der Sportkonzern Fußball-Profis, die immer wieder auch in der fränkischen Heimat des Traditionskonzerns vorbei schauen. Vergangene Woche bekamen die Mitarbeiter des zweitgrößten Sportartikelanbieters der Welt ganz neue Sponsoring-Partner zu sehen: die Weltklasse-Bergsteiger Alexander und Thomas Huber berichteten den Beschäftigten von ihren Abenteuern in der Antarktis.

Der Auftritt der "Huber Buam" in Herzogenaurach war ein Signal an die Beschäftigten, denn Adidas drängt mit aller Macht ins lukrative Outdoor-Geschäft - ein Segment, in dem die Firma bis jetzt keinen Fuß auf den Boden bekommen hat. "Outdoor ist ein Bereich, der noch über Jahre hinaus wachsen wird", sagt Rolf Reinschmidt. Der 53-jährige Sportwissenschaftler gehört zu den erfahrensten Managern, die Adidas-Chef Herbert Hainer zur Verfügung hat. Zuletzt hat Reinschmidt das Produktmarketing von Adidas geführt. Hainer tut gut daran, seine erste Garde aufzubieten, denn der Konzern hat sich im Geschäft mit Wanderjacken, Bergstiefeln und Trekking-Shirts schon öfter blamiert. Bis heute ist es Adidas nicht gelungen, mit den Spezialisten mitzuhalten. Doch das soll sich jetzt ändern.

Adidas bringt eine ganz neue Outdoor-Kollektion in die Läden. Dazu gehen die Franken in die Vollen: Auf RTL und in den Bundesliga-Stadien laufen TV-Spots, es gibt Anzeigen in Fachmagazinen und Plakatwerbung. Doch Reinschmidt ist klar, dass das nicht reicht: "Es geht nur über Glaubwürdigkeit." Deshalb seien in diesem Bereich nicht riesige Werbebudgets entscheidend, sondern Mund-zu-Mund-Propaganda unter Bergsteigern, Kletter-Begeisterten und Wanderern.

Die Konkurrenz nimmt den Angriff des Sportgiganten gelassen. "Outdoor ist eine Sache für Spezialisten, die Kunden wollen unser Know-how", sagt der Unternehmer Peter Schöffel. Die Vergangenheit bestätigt den Eigentümer des Sportbekleidungsproduzenten Schöffel. Denn eine Outdoor-Sparte gibt es bei Adidas seit 1991. Die letzte Offensive hat das Unternehmen 2005 ausgerufen - ohne Erfolg. "Die großen Konzerne haben in unserem Segment keine Chance", ist Salewa-Manager Stefan Rosenkranz überzeugt. Die Münchener Marke hat sich voll auf Bergsport eingestellt und besitzt einen guten Ruf in der Szene. Die drei Streifen von Adidas hingegen sind auf den Gipfeln kaum anzutreffen.

Es geht um einen riesigen Markt. Die Franken schätzen, dass weltweit jährlich etwa 45 Mrd. Euro für Schuhe, Jacken und Shirts sowie für Ausrüstung wie Stöcke und Helme ausgegeben werden. Zum Vergleich: Adidas erzielte vergangenes Jahr einen Umsatz von 10,8 Mrd. Euro. Das Geschäft wächst, auch in der Krise. So rechnet Schöffel mit einem einstelligen Umsatzplus in diesem Jahr, auch Salewa berichtet von Zuwächsen. In einem Siebenjahres-Plan will Adidas zunächst den deutschsprachigen Raum sowie Russland, China und Korea bearbeiten.

Seite 1:

Adidas startet neuen Ausflug ins Outdoor-Geschäft

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%