Bericht in der "New York Times" bestätigt
Johnson & Johnson plant angeblich milliardenteuren Kauf

Der US-Konzern Johnson & Johnson befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen zum Kauf des Medizingeräteherstellers Guidant für mehr als 24 Milliarden Dollar. Das wäre die drittgrößte Übernahme dieses Jahres.

HB NEW YORK. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen, die damit einen Bericht der „New York Times“ bestätigten. Darin war von einem Volumen in Höhe von mehr als 24 Milliarden Dollar die Rede. Die Nachrichten beflügelten Guidant-Aktien, die um mehr als sechs Prozent nach oben schnellten. J&J-Titel gaben dagegen leicht nach. Über eine derartige Übernahme wurde an den Märkten zuletzt stark spekuliert. Beide Unternehmen gaben keinen Kommentar ab.

Die Gespräche hätten einen heiklen Punkt erreicht und ein Geschäft könnte unter anderem noch am Kaufpreis scheitern, berichtete die Zeitung unter Berufung auf verhandlungsnahe Kreise. Es bestehe aber Hoffnung, dass in der nächsten Woche eine abschließende Einigung erreicht werde. Sollten sich die beiden Unternehmen einigen, wäre die Übernahme die drittgrößte in diesem Jahr in den USA: J.P.Morgan Chase hatte Bank One für 58 Milliarden Dollar übernommen, der Mobilfunkkonzern Cingular Wireless hatte für AT&T Wireless 41 Milliarden Dollar bezahlt.

Investoren äußerten sich positiv zu einer derartigen Transaktion. „Das wäre eine netter Zusammenschluss“, sagte Barry Hyman, Chef-Investmentstratege bei Ehrenkrantz, King, Nussbaum. „J&J hatte eine gute Performance in diesem Jahr. Falls das Geschäft bei den Kartellbehörden durchgeht, ist dies eine Konsolidierung in der Pharmabranche und macht J&J zu einem stärkeren Konzern.“ Guidant stellt unter anderem Defibrillatoren und Herzschrittmacher her. Von einer Erweiterung des Angebots auf diese Produkte verspricht sich J&J Analysten zufolge kräftige Ertragszuwächse.

Spekulationen über eine Übernahme gibt es bei Guidant schon seit Jahren. In den vergangenen Monaten waren sie häufiger aufgetaucht angesichts der ungeklärten Nachfolgefrage auf dem Chefposten. Konzernchef Ronald Dollens soll Ende des Jahres in den Ruhestand gehen. Vergangene Woche hatte Guidant seinen quartalsmäßigen Geschäftsausblick vorgelegt, ohne zugleich eine bislang übliche Telefonkonferenz abzuhalten. Das Unternehmen werde im weiteren Verlauf des Monats eine Mitteilung zur Nachfolgefrage machen, hatte Guidant mitgeteilt, was die Übernahmespekulationen neu angeheizt hatte.

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