Bericht über Fusionsgespräche
Spekulationen treiben Linde-Kurs

Die Aktien des Wiesbadener Industriegase- und Gabelstaplerspezialisten haben sich am Mittwochmorgen an die Spitze des Dax gesetzt. Ein Bericht über neue Übernahmegespräche mit dem britischen Gaseunternehmen BOC trieb den Kurs. Linde dementiert jedoch.

HB FRANKFURT. „Das ist reine Spekulation. Das kommentieren wir nicht“, sagte ein Linde-Sprecher am Mittwoch. Die Zeitung „The Guardian“ hatte zuvor berichtet, dass BOC mit Linde wieder über einen Zusammenschluss spreche. Die Zeitung zitierte einen namentlich nicht genannten Investmentbanker mit den Worten: „Was zuvor als eine Übernahme durch BOC besprochen wurde ist nun zu einer möglichen Fusion unter Gleichen geworden.“

Ungeachtet des Dementis setzten legten die Linde-Aktien am Mittwoch im frühen Handel 1,37 Prozent auf 59,10 Euro zu und waren somit größte Gewinner im Deutschen Aktienindex.

Die Gespräche zielen dem Bericht zufolge auf die Schaffung einer Chemiegruppe im Wert von mindestens acht Mrd. Pfund, die rund 100 000 Beschäftigte hätte. So wie die Transaktion nun diskutiert werde, solle die Gabelstaplersparte von Linde als separates Geschäft abgespalten werden, berichtete das Blatt.

Erst vergangene Woche hatte Linde-Chef Wolfgang Reitzle angesichts der häufig wiederkehrenden Spekulationen über eine Fusion mit den Briten im Gasebereich die günstigen Aussichten des eigenen Geschäfts betont. „Beide Unternehmen sehen genug Perspektiven in der Weiterentwicklung der eigenen Geschäfte“, hatte Reitzle gesagt. Linde spreche zwar regelmäßig mit BOC, da Linde etwa im Engineering-Bereich mit BOC Verträge habe. Reitzle hatte allerdings eingeräumt, dass beide Unternehmen zusammenpassen. Angesichts der unterschiedlichen Größe würde es aber bei einem Zusammengehen nicht auf eine Fusion unter Gleichen hinauslaufen, sondern auf eine Übernahme.

BOC ist weltweit im Gasegeschäft die Nummer zwei, Linde dagegen belegt in der Weltrangliste den fünften Platz.

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