Bericht von der Hauptversammlung
EnBW wird zum Spielball der Politik

Die Hauptversammlung von EnBW bietet reichlich Streit, vor allem im Hinblick auf die Aufsichtsratsposten. Der Versorger ist zum Spielball der Politik geworden. Und dann gibt es auch noch eine Gewinnwarnung.
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KarlsruheNein, große Proteste gab es heute nicht vor dem Start der Hauptversammlung von EnBW. Aber das war auch gar nicht nötig. Für Stimmung sorgten schon die Aktionäre sowie die allzu merkwürdige Konstellation um die Wahl der neuen Aufsichtsräte.

Der süddeutsche Energieversorger ist im Vergleich zu Großkonzernen wie RWE oder Eon nur eine kleine Nummer. Aber kein anderer Energiekonzern ist derzeit so zum Spielball der Politik geworden wie die EnBW mit ihren vier Atommeilern.

Seit sich im vergangenen Dezember die Baden-Württembergische Landesregierung unter Stefan Mappus mit gut 45 Prozent der EnBW-Anteile vom französischen Staatskonzern EdF beteiligte, kommt der Konzern nicht mehr aus den Schlagzeilen. Nach der verlorenen Wahl Ende März wird so die neue grün-rote Landesregierung unverhofft zum zweiten Hauptaktionär neben den in der OEW zusammen geschlossenen oberschwäbischen Kommunen.

Die geplante Phalanx aus konservativer Landesregierung und CDU-dominierter OEW ist mit dem Wahlsieg von Kretschmann gesprengt. "Ich habe zwar nicht grün gewählt, aber ich wünsche Ihnen den Feind im Aufsichtsrat", ruft der chronisch unzufriedene Kleinaktionär Matthias Gäbler Aufsichtsratschef Hoffmann entgegen, dessen vorgesehene Wiederwahl er als "Fehlentscheidung" bezeichnet.

Hoffmann lässt die Anfeindungen an sich abprallen und stellt die Kandidaten für die Aufsichtsratswahl vor. Es ist eine der kuriosesten Aufsichtsratswahlen in der jüngsten Hauptversammlungs-Geschichte. Die von der alten Landesregierung bestellten fünf Aufsichtsräte müssen von der Hauptversammlung noch gewählt werden. Der Mannheimer Wirtschaftsprofessor Wolfgang Franz macht als einziger schon zur Hauptversammlung Platz. Für ihn steht die Ex-Grünen-Cheffin Gunda Röstel zur Wahl.

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  • Liebe Baden-Würtemberger,
    Ihr habt doch jetzt eine Grün-Rote ReGIERung, da wird doch alles gut.
    Der Strom kommt doch aus der Steckdose, wir brauchen also keine AKWs.
    Außerdem gibt es off-shore Windparks im der Nord- und Ostsee, welche an 55 Tagen im Jahr auf Vollast laufen.
    Das der Strom noch nicht vom Norden in den Süden kommt, dafür können wir nichts.
    Wir haben auch PV, die liefert immerhin sagenhafte 1-2% des benötigten Stromes und wir haben so viele Sonnenstunden wie Island.
    Pech nur, daß BW ein Industriestandort ist, und wenn bei Daimler, Porsche und Co. erst mal der Strom in der Fertigung ausfällt, werden sich diese Firmen überlegen, ihren Standort dorhin zu verlagern, wo die Stromversorgung sicher ist.
    Oder importiert dann die Grün-Rote ReGIERung Atomstrom von den "freunlichen AKWs" auf Frankreich und Tschechien?

  • Liebe Baden-Würtemberger,
    Ihr habt doch jetzt eine Grün-Rote ReGIERung, da wird doch alles gut.
    Der Strom kommt doch aus der Steckdose, wir brauchen also keine AKWs.
    Außerdem gibt es off-shore Windparks im der Nord- und Ostsee, welche an 55 Tagen im Jahr auf Vollast laufen.
    Das der Strom noch nicht vom Norden in den Süden kommt, dafür können wir nichts.
    Wir haben auch PV, die liefert immerhin sagenhafte 1-2% des benötigten Stromes und wir haben so viele Sonnenstunden wie Island.
    Pech nur, daß BW ein Industriestandort ist, und wenn bei Daimler, Porsche und Co. erst mal der Strom in der Fertigung ausfällt, werden sich diese Firmen überlegen, ihren Standort dorhin zu verlagern, wo die Stromversorgung sicher ist.
    Oder importiert dann die Grün-Rote ReGIERung Atomstrom von den "freunlichen AKWs" auf Frankreich und Tschechien?

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