Berichtssaison mit starkem Gewinnplus eröffnet
Alcoa erfreut die Analysten

Der weltgrößte Aluminium-Produzent Alcoa hat im September beim Umsatz auf vergleichbaren Verkaufsflächen um zehn Prozent zugelegt. Mit einer zudem überraschend deutlichen Gewinnsteigerung hat Alcoa für einen erfreulichen Start der US-Berichtssaison zum abgelaufenen Quartal gesorgt.

HB NEW YORK. Der Branchenprimus, der nach der geplanten Fusion des kanadischen Konkurrenten Alcan mit dem französischen Pechiney-Konzern von der Spitze verdrängt wird, profitierte dabei von höheren Aluminiumpreisen und Kostensenkungen. Die Aktien des US-Unternehmens reagierten am Mittwoch mit Kursgewinnen auf den Geschäftsbericht und stützten damit den Gesamtmarkt. Alcoa ist traditionell der erste Vertreter der obersten US-Börsenliga, der seinen Geschäftsbericht vorlegt.

Im dritten Quartal steigerte Alcoa den Nettogewinn nach eigenen Angaben um 45 % auf 280 Mill. Dollar. Das Ergebnis aus dem fortlaufenden Geschäft belief sich auf 283 Mill. Dollar. Je Aktie ergab sich ein Plus von 33 Cent. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt einen geringeren Gewinn von 29 Cent je Aktie vorausgesagt. Der Umsatz legte trotz der schwachen Nachfrage von Industrieunternehmen in Europa und Autokonzernen in Nordamerika um drei Prozent auf 5,3 Mrd. Dollar zu.

„Der starke Markt für Tonerde (dem Hauptbestandteil von Aluminium) und die anhaltende Konzentration auf Produktivität und Kostenkontrolle haben dazu beigetragen, dass wir das profitabelste Quartal seit zwei Jahren verzeichnet haben“, erklärte Konzernchef Alain Belda am Dienstagabend nach Börsenschluss. Alcoa profitierte auch von gestiegenen Aluminiumpreisen. So kostete im dritten Quartal eine Tonne durchschnittlich 1416 Dollar nach 1344 Dollar im Vorjahreszeitraum. Branchenexperten verwiesen zudem auf geringere Steuerbelastungen. „Da sich die Geschäftsbedingungen verbessern, haben wir gute Voraussetzungen, unsere Ertragskraft weiter zu steigern“, unterstrich Belda.

Alcoa hatte zu Beginn des Jahres eine umfangreiche Umstrukturierung eingeleitet, um der schwachen Nachfrage der Luftfahrtindustrie und der Hersteller von Gasturbinen zu begegnen, die Aluminium als Baustoff benötigen. Die Krise der Fluggesellschaften führte zu rückläufigen Flugzeugbestellungen. Zudem sind zahlreiche Energieunternehmen wegen finanzieller Probleme gezwungen, Aufträge für neue Turbinen zu verschieben oder zu stornieren.

Analysten zeigten sich mit den Geschäftszahlen zufrieden. „Das ist eine tolle Leistung in einem schwierigen Geschäftsumfeld“, sagte Kirk Schmitt von Victory Capital Management. „Aber was wir brauchen, ist eine Erholung der Nachfrage.“

Noch ist Alcoa Weltmarktführer nach Umsatz. Doch die kanadische Alcan hatte vergangene Woche die Zustimmung der Wettbewerbshüter in den USA und Europa für ihr Übernahmeangebot über 4,6 Mrd. Dollar für die französische Pechiney erhalten. Durch den Zusammenschluss wird ein Aluminiumproduzent mit einem Jahresumsatz auf Pro-Forma-Basis von 24 Mrd. Dollar entstehen. Alcoa hatte demgegenüber im vergangenen Jahr Erlöse von lediglich 20,3 Mrd. Dollar erwirtschaftet.

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