Bertone verliert Order für Produktion des Opel Astra Cabrios – Konzern will eigene Werke in Europa besser auslasten
GM holt Aufträge von Zulieferern zurück

Der angeschlagene US-Autohersteller General Motors (GM) verlagert bisher ausgegliederte Produktionsaufträge verstärkt in den eigenen Konzern zurück. Damit will er seine Kapazitäten besser auslasten.

hz FRANKFURT/M. Nach Unternehmensangaben verliert etwa der italienische Zulieferer Bertone den Auftrag von Opel – der wichtigsten GM-Tochter in Europa – für die Produktion der nächsten Generation des Astra Cabrios. Stattdessen soll das nächste Modell des Wagens von Anfang kommenden Jahres an im niederländischen Opel-Werk Antwerpen gebaut werden.

Opel verschärft damit den Trend zum Insourcing in dem Unternehmen, also dem Zurückholen von an Drittfirmen vergebenen Aufträgen. GM prüft zudem bei der Marke Saab eine Verlagerung der Produktion des neuen Saab-9-3-Cabrios vom österreichischen Zulieferer Magna Steyr ins schwedische Saab-Stammwerk Trollhättan.

Andere Autobauer tendieren ebenfalls dazu, Kleinserien wieder in Eigenregie zu bauen. So will VW sein nächstes Cabrio der Mittelklasse statt beim Zulieferer Karmann wieder selbst montieren. Die Hersteller versuchen so, ihre Werke besser auszulasten.

GM-Europachef Fritz Henderson muss die Fertigungsstätten mit Aufträgen füllen, um das defizitäre Europa-Geschäft zurück in die schwarzen Zahlen zu führen. Denn im Gegenzug für Zugeständnisse der Belegschaften hatte GM die Sicherung der Opel-Standorte sowie des schwedischen Saab-Werks Tröllhättan bis 2010 zugesagt.

Bisher arbeiten sowohl das moderne Opel-Stammwerk in Rüsselsheim, wo ab 2008 die gemeinsame Mittelklasse von Opel und Saab gefertigt werden soll, sowie das schwedische Saab-Werk deutlich unterhalb ihrer Kapazitätsgrenze. Neue Modelle sollen dies nach Willen von Henderson nun ändern. Neben sportlichen Geländewagen für die Marke Saab und Opel fasst der weltgrößte Automobilkonzern für seine deutsche Tochter auch die Markteinführung eines neuen Topmodells noch im Laufe dieses Jahrzehnts ins Auge.

Um die Produktentwicklung weiter zu beschleunigen, konzentriert der Autokonzern künftig seine Designkompentenz in Europa am Opel-Standort Rüsselsheim. Bereits im Januar 2006 werde dort ein neues europäisches Designzentrum für alle in Europa gebauten Modelle der GM-Töchter Opel, Saab und Vauxhall eröffnen, bestätigte Opel inzwischen einen entsprechenden Vorabbericht des Handelsblatts. Wenige Tage zuvor hatte General Motors den Standort seiner Tochter Opel in Rüsselsheim mit dem Zuschlag für die Entwicklung aller GM-Kompaktwagen (Astra-Klasse) weiter gestärkt.

Nach mehreren verlustreichen Jahren ist GM Europe in den vergangenen Monaten beim Absatz in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Trotz dieser Fortschritte rechnet GM 2005 in seinem Europa-Geschäft, dem 2004 ein Sparprogramm mit massivem Stellenabbau verordnet wurde, weiterhin mit einem Minus von etwa 500 Mill. Dollar.

Im Auftaktquartal 2005 ging der Verlust im Europa-Geschäft, für das zu rund 80 Prozent Opel verantwortlich ist, nur leicht auf 103 Mill. Dollar zurück. Gelingt die Sanierung in Europa, gilt Henderson als ein Mann für eine Spitzenposition in der GM-Zentrale, der auch den angeschlagenen Konzernboss Rick Wagoner beerben könnte.

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