Industrie
Beru-Hauptversammlung endet im Eklat

Vor dem Hintergrund der künftigen Besetzung des Aufsichtsrats ist es am Dienstag auf der Hauptversammlung des schwäbischen Autozulieferers Beru zum Eklat gekommen. Der Ende März ausgeschiedene ehemalige Beru-Vorstandschef Ulrich Ruetz forderte den Vorsitzenden des Kontrollgremiums zum Rücktritt auf.

Reuters LUDWIGSBURG. Aufsichtsratschef Gerhard Wacker habe ihn bedrängt, einem Kleinaktionär dessen Antrag auszureden, ihn – Ruetz – zur Wahl in das Kontrollgremium vorzuschlagen, sagte Ruetz am Dienstag auf der Hauptversammlung. Der Kleinaktionär selbst erklärte, Wacker habe ihn auch direkt zum Rückzug seines Antrags aufgefordert. Er halte aber dennoch an seinem Vorhaben fest und habe einen entsprechenden Antrag eingereicht.

Angesichts dieses Versuchs, einen Aktionär bei der freien Ausübung seiner Rechte zu beeinflussen, fehlten ihm die Worte, sagte Ruetz. Dies sei ein eklatanter Verstoß gegen die Anforderungen des Corporate Governance-Kodex. „Ich kann den Aufsichtsratsvorsitzenden nur auffordern, die Konsequenzen hieraus zu ziehen und zurückzutreten.“

Ruetz hatte auf eigenen Wunsch Ende März den Posten des Vorstandsvorsitzenden aufgegeben und sollte einer Ankündigung im Geschäftsbericht zufolge auf der Hauptversammlung vom Aufsichtsrat zur Wahl in das Kontrollgremium vorgeschlagen werden. In der Einladung zu dem Aktionärstreffen hatte der Aufsichtsrat dann jedoch Heiner Rutt, Geschäftsführer der Carlyle Group Private Equity GmbH, vorgeschlagen. Carlyle ist mit einem Anteil von zuletzt 37,1 % der größte Anteilseigner von Beru.

Ruetz mutmaßte, ihn – entgegen den ursprünglichen Plänen – nicht zur Wahl vorzuschlagen, liege daran, dass er sich in seiner Position als Vorstandschef gegen Carlyle gewehrt und dem Großaktionär wiederholt „ans Schienbein getreten“ habe.

Wacker, der von Aktionären mit Rufen wie „Raus“ und „Abtreten“ bedacht wurde, begründete die Rücknahme des ursprünglichen Wahlvorschlags damit, dass Ruetz keine Mehrheit finden werde. Die Aussagen des ehemaligen Beru-Chefs seien Internas, „die so nicht stimmen“.

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