Berufung zurückgezogen: Einige Hedge-Fonds lassen in USA von Porsche ab

Berufung zurückgezogen
Einige Hedge-Fonds lassen in USA von Porsche ab

Vermeintliche Kursmanipulationen im Zusammenhang mit der versuchten Volkswagen-Übernahme durch Porsche beschäftigen etliche Gerichte. Zumindest in den USA meldet Porsche einen weiteren Etappensieg.
  • 4

DüsseldorfBereits im Januar hatte die Porsche Automobil Holding SE (PSE), Mutter des Autokonzerns Volkswagen, über einen Erfolg in US-Streitigkeiten wegen der im Jahr 2008 versuchten Übernahme gemeldet: Damals verzichteten Hedge-Fonds auf eine Berufung in einem Verfahren vor dem New York State Supreme Court.

Jetzt haben sich auch in einem anderen Verfahren vor dem U.S. Court of Appeals for the Second Circuit insgesamt ein Dutzend Kläger entschieden, ihre Berufung zurückzuziehen. Zwar läuft zunächst die Berufung durch zwanzig weitere Kläger weiter. Doch die vollständige Verlagerung des Rechtsstreits nach Deutschland wird immer wahrscheinlicher.

„Unsere Auffassung war immer, dass der Gerichtsstand Deutschland ist“, hatte ein Sprecher im Januar gesagt. Inhaltlich hält die PSE die Ansprüche aus beiden US-Verfahren für unbegründet. Derzeit wartet das Unternehmen darauf, dass die 26 Kläger des im Januar beigelegten US-Verfahrens wie angekündigt in Deutschland Klage einreichen. Dazu hätten diese 90 Tage Zeit.

Die 12 Kläger, die jetzt im Verfahren vor dem Bundesgericht auf Berufung verzichtet haben, hatten bereits Ende 2011 beim Landgericht Braunschweig Klage eingereicht. Dazu gehören etwa Hedge-Fonds der Elliott-Gruppe. In dem Braunschweiger Verfahren werden 1,8 Milliarden Euro Schaden geltend gemacht. Die Klagen in den USA waren im Dezember 2010 in erster Instanz abgewiesen worden.

Die PSE hält heute gut 51 Prozent der VW-Stimmen und wird von den Familien Porsche und Piëch dominiert. Nach der Meldung über den juristischen Erfolg im ersten Verfahren hatte die Porsche-Aktie einen deutlichen Sprung nach oben gemacht.

Der kleine Sportwagenbauer hatte 2009 ursprünglich den viel größeren VW-Konzern übernehmen wollen. Doch die Stuttgarter häuften einen massiven Schuldenberg an und scheiterten im Sommer 2009 mit ihren ehrgeizigen Plänen. Volkswagen drehte daraufhin den Spieß um.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Berufung zurückgezogen: Einige Hedge-Fonds lassen in USA von Porsche ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @SANTOS was Sie in diesem Zusammenhang PORSCHE anlasten, hat in der Sache mit den Zockern der Hedge Fonds, wirklich nichts zu tu!

  • Ach was, Haß, Ethik, Schaden?

    Porsche hatte damals schon in etwa die Mehrheit der frei umlaufenden VW-Aktien und kaufte weiter. Das war im Markt ganz allgemein bekannt und es war vorhersehbar, daß der free float rasch immer weniger werden würde. Wer in so einer Situation noch mit Leerverkäufen jongliert, hat nicht alle Tassen im Schrank und muß am Ende auch die Folgen seines Tuns tragen. Warum muß da immer ein anderer schuld sein?

  • Richtig! Und für jeden der noch einen Funken Ethik hat ist es eine Genugtuung wenn Manipulatoren mit ihren Manipulationen hereinfallen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%