Beschäftigungssicherung Thema der Tarifgespräche
Baufirmen leiden unter gestiegenen Stahlpreisen

Der seit Jahren krisengeschüttelten Baubranche droht durch stark gestiegene Stahlpreise in diesem Jahr erneut ein Rückschlag. „Die deutsche Bauwirtschaft leidet unter den hohen Stahlpreisen“, sagte Karl Robl, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) in Berlin.

agr/HB DÜSSELDORF. Die seit dem Jahreswechsel ständig steigende Nachfrage nach Stahlprodukten auf den asiatischen Märkten und vor allem in China hätten zu einer massiven Preiserhöhung geführt. Nach Gesprächen mit der Bundesregierung hätten Baubetriebe, die Aufträge der öffentlichen Hand bekämen, zwar eine bessere Möglichkeit, die Preise anzupassen. Der öffentliche Bau mache aber nur 13 % des gesamten Bauvolumens aus.

Unternehmen mit einem privaten Auftraggeber seien dagegen oft vertraglich gebunden und könnten die Preiserhöhung nur selten weitergeben oder Preisgleitklauseln nutzen. „Das ist ein ganz großes Problem“, sagte ZDB-Präsident Arndt Frauenrath. Seit dem Jahresende 2003 hat sich laut Statistischem Bundesamt zur Weiterverarbeitung bestimmter Walzstahl um 16,5 % verteuert. Darunter schoss der Preis für Betonstahl von Dezember bis April um gut 86 % in die Höhe.

Der ZDB bekräftigte daher seine Prognose, dass mit einem Ende der Baukrise nicht vor 2005 zu rechnen sei. In diesem Jahr erwartet der Verband noch ein Umsatzminus von 2 % und einen Rückgang der Bauinvestitionen um 0,8 %. Bis zu 50 000 Arbeitsplätze könnten damit am Bau noch verloren gehen. Die Beschäftigungssicherung steht dann auch im Mittelpunkt der am 28. Juni beginnenden Tarifverhandlungen.

Die Arbeitgeber wollen über neue Wege für Beschäftigungssicherung verhandeln, kündigte Frauenrath an. Einen Verteilungskampf um mehr Lohn und Gehalt könne es in diesem Jahr im Baugewerbe nicht geben. Die Arbeitskosten dürften nicht steigen. Die entscheidende Frage laute: „Was können wir in der Tarifpolitik zur Sicherung der Arbeitsplätze leisten?“

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