Beschwerde bei der EU erwartet
Stahlfirmen sagen Billigimporten den Kampf an

Angaben aus Industriekreisen zufolge wollen mehrere europäische Stahlhersteller gegen die zunehmenden Billigimporte aus China und anderen asiatischen Staaten bei der EU vorgehen. Eine entsprechende Beschwerde werde noch am Montag eingereicht, hieß es in Brüssel. Mit Anti-Dumping-Maßnahmen könnte die EU-Kommission jedoch einen Handelskonflikt mit China auslösen.

HB BRÜSSEL. Der europäische Stahlverband Eurofer werde neben China auch Südkorea und Taiwan ins Visier nehmen, verlautete aus den Industriekreisen weiter. Im Blick habe Eurofer zunächst kaltgewalzte Edelstahlflachprodukte. Im Fall von China beziehe sich das Vorgehen auch auf schmelztauchveredelte Produkte. In den kommenden zwei Wochen könnten weitere Produkte, vor allem aus China, hinzugefügt werden. Taiwan und Südkorea hätten ihre Ausfuhren ebenfalls stark gesteigert, wenngleich die gesamte Tonnage unter der von China liege.

Die EU-Kommission könnte auf einzelne Produkte Schutzzölle oder Einfuhrbeschränkungen erlassen und damit einen Handelskonflikt mit China auslösen. Sie hat 45 Tage Zeit, um über eine Untersuchung zu entscheiden. Sollte sie das Vorgehen unterstützen, könnte sie binnen neun Monaten vorläufige Anti-Dumping-Maßnahmen erlassen, die nach weiteren sechs Monaten festgeschrieben werden könnten.

Europäische Stahlhersteller wie Thyssen-Krupp und Salzgitter und Weltmarktführer Arcelor-Mittal werfen vor allem China vor, dank staatlicher Subventionen mit Billig-Stahlprodukten auf die internationalen Märkte zu drängen. Eine Beschwerde war seit Wochen erwartet worden, hatten sich doch zuletzt auf der Weltstahlkonferenz Anfang des Monats in Berlin europäische Branchenvertreter dafür ausgesprochen. „Einige Unternehmen in China liefern Stahlprodukte zu Dumpingpreisen, das heißt in vielen Fällen sogar unter den Produktionskosten“, hatte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Dieter Ameling, gesagt.

China hat die Vorwürfe zurückgewiesen. „Sie sagen, wir verkauften zu billig, aber ich weiß nicht, was sie damit meinen“, sagte am Montag der stellvertretende Generalsekretär des chinesischen Stahlverbandes, Qi Xiangdong. Kritik an dem Vorgehen der europäischen Stahlhersteller war auch aus den Reihen der Maschinenbauindustrie laut geworden. Sie haben darauf verwiesen, dass in Europa weit mehr Menschen in der stahlverarbeitenden Industrie tätig seien als in der Produktion.

Ungeachtet der drohenden Anti-Dumping-Klage wird China in diesem Jahr seine Exporte weiter hochfahren. Nach Einschätzung des Weltstahlverbandes IISI wird die Volksrepublik die Nettoexporte 2007 auf 50 bis 55 Mill. Tonnen nach 35 bis 40 Mill. 2006 steigern.

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