Besetzer räumten VW-Werk in Brasilien
VW verhindert Entlassungen mit kürzerer Arbeitszeit

Volkswagen hat mit der Gewerkschaft in Mexiko eine Vereinbarung getroffen, die die Entlassung von 2 000 Mitarbeitern verhindern soll. Die 9800 gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten hätten zugestimmt, die Arbeitswoche auf vier von fünf Tagen zu reduzieren, was die Produktion in dem Werk in Puebla um 20 Prozent verringere, teilte der Automobilhersteller am Freitag mit.

vwd/dpa MEXIKO STADT/RIO DE JANEIRO. Der Lohn von Mitarbeitern mit kürzerer Betriebszugehörigkeit werde entsprechend reduziert. Angestellte mit längerer Zugehörigkeit erhielten einen bestimmten Prozentsatz des Lohns, den sie am fünften Arbeitstag verdient hätten.

Volkswagen hat in dem Werk, in dem der New Beetle montiert wird, seit 2000 bereits 2 500 Stellen abgebaut.

Vertriebene VW-Besetzer in Brasilien

Viele der aus einem Volkswagen-Gelände in Brasilien vertriebenen Obdachlosen haben nun ein Lager vor dem Rathaus von Sao Bernardo im Bundesstaat Sao Paulo errichtet. Wie Fernsehsender am Freitag berichteten, verbrachten Dutzende von Familien die Nacht in Plastikzelten oder unter freiem Himmel auf Matratzen auf dem Platz vor dem Rathausgebäude. Die Polizei habe die Obdachlosen „aus der Nähe bewacht“, hieß es.

Die rund 4 000 Obdachlosen-Familien, die das seit Jahren brach liegende Grundstück von VW seit dem 19. Juli besetzt hielten, waren am Donnerstag nach einem Ultimatum der Behörden unter Androhung einer Räumungsaktion der Polizei freiwillig abgezogen. „Wir konnten keine Zusammenstöße riskieren, wir hatten tausende kleiner Kinder dabei“, sagte eine Sprecherin der „Bewegung der Obdachlosen Arbeiter“ (MTST).

Im Konflikt um die Besetzung des VW-Geländes hatten die Obdachlosen in den vergangenen Tagen Unterstützung der Kirche, von angesehenen Soziologen, von Politikern der Regierung und zuletzt sogar von Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva bekommen. Ein Richter ordnete aber die Räumung an.

Die Zahl der Besetzungen durch landlose Bauern und Obdachlose hat sich seit Lulas Amtsantritt Anfang des Jahres verdoppelt. Statistiken zur Zahl der Obdachlosen in den Großstädten Brasiliens gibt es nicht. Die „Bewegung der Landlosen Bauern“ (MST) vertritt nach eigenen Angaben vier Millionen Familien von Not leidenden Bauern.

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