Besetzung des Kontrollgremiums
Stahlunternehmer Großmann wird VW-Aufsichtsrat

Der Einzug von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking in den Aufsichtsrat von Volkswagen wird nicht die einzige Änderung in der Besetzung des Kontrollgremiums bleiben. Zusätzlich soll der Stahlunternehmer Jürgen Großmann in den Aufsichtsrat des Autokonzerns rücken.

HB FRANKFURT/MAIN. Großmann ist Chef des Stahlwerks Georgsmarienhütte. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, gilt Großmann auch als möglicher Kompromisskandidat zwischen den beiden VW-Großaktionären, dem Land Niedersachsen und Porsche, wenn im nächsten Jahr ein Nachfolger für den Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch gewählt werden muss. Niedersachsen und Porsche hatten sich darauf verständigt, dass dieser Posten dann von einem so genannten Neutralen besetzt werden soll.

Dem Nachrichtenmagazin zufolge stehen neben der beabsichtigten Verlängerung des Vertrags von Unternehmenschef Bernd Pischetsrieder zudem weitere Veränderungen an: So solle die Position von VW-Markenchef Wolfgang Bernhard aufgewertet werden und dieser künftig nicht nur die Markengruppe Volkswagen führen, sondern die Produktion des gesamten Konzerns steuern. Im Gegenzug solle Audi-Chef Martin Winterkorn stärker für die Entwicklung aller Konzernmarken verantwortlich sein.

Wie der „Spiegel“ berichtet, ist VW-Aufsichtsratschef Piëch überzeugt, dass die Einigung der beiden Großaktionäre Niedersachsen und Porsche „einen starken Schub für den wirtschaftlichen Aufschwung bei VW bringt“.

Laut „Focus“ soll Großmann auf Wunsch von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) im Mai von der Hauptversammlung gewählt werden und ThyssenKrupp-Mann Gerhard Cromme ersetzen. Der Stahlmanager solle stärker die Interessen des Mittelstands vertreten.

Wie das Nachrichtenmagazin weiter berichtete, sollen sich Wulff und Wiedeking zudem auf eine Wiederwahl von Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer und Eon-Vorstand Hans Michael Gaul in den Aufsichtsrat verständigt haben. Außerdem sollen sich Wulff und Wiedeking dem Bericht zufolge bei ihren Gesprächen auf das ehrgeizige Ziel festgelegt haben, dass VW schon in wenigen Jahren zu einem der drei größten Automobilhersteller der Welt aufsteigen soll. Ein VW-Sprecher wollte beide Berichte am Samstag nicht kommentieren.

Am Freitag hatten die Großaktionäre Porsche und Niedersachsen nach monatelangem Streit über die Besetzung des Aufsichtsrates eine Einigung bekannt gegeben: Demnach zieht Porsche-Chef Wiedeking mit sofortiger Wirkung in den Aufsichtsrat ein. Im Gegenzug erreichte Niedersachsens Ministerpräsident Wulff, dass der Aufsichtsratsvorsitzende und Porsche-Großaktionär Piech sein Amt nur noch bis 2007 ausübt. Das ganze muss noch über das Amtsgericht abgewickelt werden.

Das bisherige Aufsichtsratsmitglied Lord David Simon verzichtet für Wiedeking auf seinen Sitz. Zudem soll das Präsidium des Aufsichtsrats von vier auf sechs Mitglieder erweitert werden.

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