Besitzverhältnisse sollen bleiben
EnBW platziert Verbund-Aktien

Der Karlsruher Strom- und Gasversorger Energie Baden-Württemberg (EnBW) hat innerhalb von acht Tagen seine Beteiligung am österreichischen Verbund-Konzern bei rund hundert institutionellen Investoren platziert. Mit Blick auf EdF erwartet EnBW zudem keine gravierende Veränderung der Besitzverhältnisse.

HB KARLSRUHE. Der Platzierungspreis für die 1,95 Mill. Verbund-Papiere habe bei je 144 € gelegen, teilte EnBW am Donnerstag in Karlsruhe mit. Der Erlös für das 6,33-Prozent-Paket lag damit bei rund 280 Mill. €. „Wir sind mit dem Verlauf und dem Ergebnis der Transaktion sehr zufrieden“, sagte ein Sprecher. Das Angebot sei deutlich überzeichnet gewesen, die Bücher hätten nach nur einem Tag geschlossen werden können. Zum Buchgewinn äußerte sich EnBW nicht.

Die Verbund-Aktie, die vor der Verkaufsankündigung bei 154 € notierte, lag am Donnerstag bei 146 €. Händler hatten sich wegen der Marktenge des Titels zuvor besorgt gezeigt, dass sich der Verkauf länger hinziehen könnte. Der Streubesitz der Österreichischen Elektrizitätswirtschafts-AG (Verbund) steigt mit dem Verkauf auf rund 22 %. Arrangiert worden war das beschleunigte Verkaufsverfahren von Merrill Lynch und von der Raiffeisen Centrobank.

Die EnBW hatte die Verbund-Beteiligung als nicht strategisch bezeichnet. Sie will in Österreich aber an der Energieversorgung Niederösterreich(EVN) mit zehn Prozent beteiligt bleiben.

Bezüglich der Besitzverhältnisse erklärte EnBW mit Blick auf den französischen Energieversorger EdF: „Wir haben keine Veranlassung von einer veränderten Aktionärsstruktur auszugehen“, sagte ein Sprecher des Karlsruher Stromkonzerns am Donnerstag. Nach Informationen von CDU-Landtagsfraktionschef Günther Oettinger will EdF seinen Anteil unter anderem im Zuge einer Kapitalerhöhung der EnBW auf 39 % erhöhen. Aus Sicht des CDU-Politikers müssen die kommunalen Aktionäre das gleiche Gewicht bei der Bestimmung der Geschäftspolitik behalten.

Bislang halten die EdF und der kommunale Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) jeweils 34,5 % an der EnBW. Die EnBW hält noch 7,2 % eigene Aktien - und hat nach eigenen Angaben keine Bestrebungen, etwas zu verändern. Die OEW wollte am Donnerstag zu dem Thema keine Stellungnahme abgeben.

Oettinger will auf „Augenhöhe mit den Franzosen“ sein, um eine Abwanderung von Arbeitsplätzen - nach dem Beispiel des Telekommunikationsunternehmens Alcatel-SEL und des Fernsehherstellers Thompson-Brandt - zu verhindern. Bei der EnBW arbeiten heute 19 700 Beschäftigte, vor wenigen Jahren waren es noch 40 000.

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