Besonderes Augenmerk auf REIT-Einführung
IVG verdient deutlich besser

Der Bonner Immobilienkonzern IVG hat dank eines regen Fondsabsatzes und einem Anstieg in der Immobilienverwaltung sein Ergebnis im ersten Halbjahr 2005 deutlich gesteigert.

HB DÜSSELDORF. IVG bekräftigte am Donnerstag seine Prognose für das Gesamtjahr. Wachstumschancen erhofft sich das Unternehmen von einer Erholung der europäischen Immobilienmärkte und von der Einführung so genannter börsennotierter Real Estate Investment Trusts (REIT). Mit einem eigenen Immobilienportfolio von rund 3,3 Mrd. € in europäischen Großstädten zählt IVG zu den größten börsennotierten Immobiliengesellschaften in Europa. Insgesamt betreut der auf Büro- und Logistikimmobilien spezialisierte Konzern Vermögenswerte von 16 Mrd. €.

Den Überschuss im ersten Halbjahr verdoppelte IVG auf 24,8 Mill. € von adjustierten 11,5 Mill. € im Vorjahreszeitraum. Das Quartalsergebnis stieg auf 22,1 (9,2) Mill. € und damit noch etwas stärker als von Analysten erwartet. Maßgeblich trugen dazu Immobilienverkäufe in Brüssel, Mailand, Genf, Helsinki und Paris bei. Die Gesamtleistung stieg auf 246,3 (228,8) Mill. €. Wegen der Umstellung auf den internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS zu Jahresbeginn wurden die Vergleichszahlen des Vorjahres angepasst. Die im MDax notierte Aktie lag kurz nach Börsenstart 0,7 % im Minus bei 17,53 €.

„Für das laufende Jahr erwarten wir einen weiteren Anstieg von Ergebnis und Net Asset Value“, sagte Vorstandschef Eckart John von Freyend. Im Fondsgeschäft erwarte IVG eine Verdoppelung des vertriebenen Eigenkapitals geschlossener Fonds. Potenzial sehe der Konzern auch im Ausbau des Kavernengeschäfts. IVG hatte im Frühjahr für 132 Mill. € insgesamt 33 Öl- und Gaskavernen des Bundes in Etzel bei Wilhelmshaven erworben und erwartet daraus langfristige stabile Erträge.

Besonderes Augenmerk richtet IVG auf die für 2006 erwartete Einführung von REITs in Deutschland. „Wir erwarten, dass nach der Bundestagswahl im September die Einführung von REITs von der Politik zügig weiterverfolgt wird,“ sagte von Freyend. IVG erwarte daraus mehr Dynamik im deutschen Immobilienmarkt und zusätzliche Chancen für profitables Wachstum.

Analysten schätzen, dass durch das neue Kapitalmarktinstrument die Marktkapitalisierung des börsennotierten Immobilienvermögens in Deutschland binnen zehn Jahren von derzeit drei auf 120 Mrd. € katapultiert werden könnte, vor allem durch internationales Kapital. In den USA, den Niederlanden, Frankreich und Japan gibt es REITs schon, Großbritannien will sie 2006 einführen.

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