Bessere Finanzierungsmöglichkeiten locken Firmen nach Nordamerika – Starker Rand drückt Gewinne
Südafrikas große Goldkonzerne suchen ihr Heil zunehmend im Ausland

Südafrikas Goldkonzerne verlegen ihre Förderung zunehmend ins Ausland. So wollen sie den negativen Auswirkungen der starken nationalen Währung Rand entrinnen.

wd KAPSTADT. Denn alle Förderer des gelben Metalls sind in den vergangenen zwei Jahren gleich von zwei Seiten unter Druck geraten: Die Erlöse für das von ihnen produzierte Edelmetall fallen im derzeit schwächeren Dollar an; die hohen Kosten für Exploration und Löhne am Kap müssen sie in starken Rand abrechnen. Die Folge: Die Gewinne sinken.

Bei dem gegenwärtigen Rand- Goldpreis von knapp 80 000 Rand (umgerechnet 9 832 Euro) pro Kilo Gold produzieren rund die Hälfte der südafrikanischen Minen – sie sind mit einer Jahresproduktion von fast 400 Tonnen der größte Goldproduzent der Welt vor den USA und Australien – mit Verlust. Noch Anfang 2002 hatten die Minen am Kap für ein Kilo Gold mehr als 100 000 Rand erhalten.

Symptomatisch für die Krise ist auch die rückläufige Goldproduktion am Kap, die von über 1000 Tonnen im Jahr 1970 auf gerade noch 375 Tonnen im vergangenen Jahr gefallen ist. Beispiel Gold Fields: Der weltweit viertgrößte Produzent des Edelmetalls hat einen Einbruch seines Reingewinns im Geschäftsjahr 2003/2004, das im Juni endete, um 74 Prozent auf 2,95 Mrd. Rand (umgerechnet 0,37 Mrd. Euro) gemeldet. Die Goldproduktion des Unternehmens verringerte sich von 4,33 Millionen Unzen (rund 123 Tonnen) auf 4,16 Millionen Unzen.

Jetzt haben die Südafrikaner zum Befreiungsschlag ausgeholt: Gold Fields wird all seine Minenprojekte außerhalb des südlichen Afrika mit dem kleinen kanadischen Goldförderer Iamgold zusammenlegen und in das neu gebildete Unternehmen Gold Fields International einbringen. Der Gesamtwert des Aktientauschs liegt bei 2,1 Mrd. Dollar. Die Südafrikaner zahlen dabei einen Aufschlag von rund 20 Prozent für die Aktien von Iamgold.

Gold Fields ist das erste südafrikanische Unternehmen, das sich durch die Notierung in Toronto von den finanziellen Fesseln seiner südafrikanischen Heimat befreit – es könnte ein Modell auch für die heimischen Konkurrenten sein. Der fusionierte Konzern hat seinen Sitz in Denver im US-Bundesstaat Colorado. Der Vorteil: Dadurch kann das Unternehmen billiger Kapital aufnehmen als Gold Fields, die durch Kapitalexportkontrollen und anderer Restriktionen in Südafrika behindert werden.

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