Bestechungsskandal
Alstom zahlt Rekordstrafe in den USA

Alstom bekannte sich der Korruption schuldig und prompt kommt es den französischen Industriekonzern teuer zu stehen: Alstom muss in den USA 772 Millionen Dollar an Strafe zahlen – eine Rekordbuße für den Industrieriesen.
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WashingtonWegen eines Bestechungsskandals zahlt der französische Industrie-Konzern Alstom eine Rekord-Buße in den USA. Der Siemens-Rivale lege im Rahmen eines Vergleichs 772 Millionen Dollar auf den Tisch, teilte das US-Justizministerium am Montag mit.

Alstom bekannte sich der Korruption für schuldig. Es ist der bislang größte zwischen einem Unternehmen und dem US-Justizministerium wegen Bestechung im Ausland ausgehandelte Vergleich.

Alstom-Manager sollen zwischen 2002 und 2010 weltweit Beträge von mehr als 75 Millionen Dollar an Berater und Politiker gezahlt haben, um Entscheidungsträger zu bestechen.

Die französische Regierung hatte Anfang November grünes Licht für die Übernahme eines Großteils des Energiegeschäfts von Alstom durch den US-Industriekonzern General Electric (GE) für 12,4 Milliarden Euro gegeben. Alstom will sich künftig auf das Geschäft mit Zügen und Bahntechnik konzentrieren

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Bei den in den USA verhängten Rekordstrafen gegen europäische Unternehmen habe ich den Verdacht, dass es den USA nicht um die Bestrafung von konkreten Verfehlungen, sondern um politische Disziplinierung geht. Vorstände europäischer Unternehmen schweigen bei diesem Thema, obwohl eine solche Strafe oft das ganze USA-Engagement eines Unternehmens, betriebswirtschaftlich gesehen, in Frage stellt. In den oft gar nicht so attraktiven US-Markt wird trotzdem weiter Geld reingebuttert. Ist das die Macht der Atlantik-Brücke und des Aspen Institutes, Europa politisch schön unten zu halten und unsere europäischen Führungskräfte gehorsam gegenüber den Forderungen der USA zu sein? Die europäische Politik muss endlich die geopolitisch ausufernde US-Justiz in ihre Schranken weisen. Die Bürger müssen ihren Politikern in dieser Sache noch ordentlich Druck machen, Feiglinge müssen entlarvt werden. Interessant ist auch die Frage, ob die Erkenntnisse der US-Justiz über europäische Unternehmen von der NSA kommen.

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