Bestechungsskandal
Schonfrist für MAN-Mitarbeiter ist abgelaufen

In der Schmiergeldaffäre bei MAN ist die Schonfrist für aussagewillige Mitarbeiter abgelaufen.

MÜNCHEN. Das Amnestieangebot des Konzerns sei angenommen worden, sagte ein Sprecher des Konzerns am Mittwoch. Es werde - anders als einst bei Siemens - nicht verlängert. Der MAN-Ombudsmann Jan-Olaf Leisner will nun die eingegangenen Hinweise prüfen und Gespräche mit den Tipp-Gebern führen. Der Konzern hüllte sich zu der Frage in Schweigen, wieviele Mitarbeiter sich auf das Amnestieangebot hin gemeldet haben.

MAN steht im Verdacht, jahrelang den Verkauf von Lastwagen und Bussen mit Hilfe von Schmiergeldern angekurbelt zu haben. Ermittelt wird gegen weit mehr als 100 Beschuldigte, rund die Hälfte davon aus dem MAN-Vertrieb. Mit dem Amnestieprogramm wollte der Konzern die Aufklärung vorantreiben. Den Beschäftigten, die sich mit hilfreichen Hinweisen meldeten, wurde ein Verzicht auf Schadensersatzforderungen und auf Kündigungen in Aussicht gestellt.

Die Annahme des Programms zeige, dass auch die Mitarbeiter ihren Beitrag zur Aufklärung leisten wollten, hieß es bei MAN. Intern waren einige Vorfälle schon seit zwei Jahren bekannt. MAN trennte sich von einigen Mitarbeitern, schaltete aber nicht den Staatsanwalt ein. Öffentlich wurde die Affäre dann durch eine Großrazzia Anfang Mai. Seither hat der Konzern seine Aufklärungsbemühungen intensiviert.

Bei MAN gibt es jetzt nur noch für Mitarbeiter, die zum Beispiel in Urlaub waren, die Möglichkeit zur Nachmeldung. Offiziell verlängert wird das Amnestieprogramm nicht. Der Aufsichtsrat soll auf der nächsten Sitzung am 8. Juli über den Zwischenstand informiert werden.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München
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