Bestellungen
Inder geben Airbus Rückenwind

Der indische Markt könnte sich für die Flugzeugbauer zu einem wahren Eldorado zu entwickeln. Gerade einmal 300 umfasst die Flotte der indischen Airlines. Nun hat die indische Fluggesellschaft Kingfisher ihre Bestellung beim Flugzeubauer Airbus aufgestockt. Doch noch immer hängt Airbus ein ganzes Stück dem Konkurrenten Boeing hinterher.

ali LE BOURGET. Der europäische Flugzeugkonstruktur Airbus nähert sich mit Riesenschritten seinem Ziel, in diesem Jahr mehr als 200 feste Bestellungen für das neue, mittelgroße Langstreckenflugzeug A 350 XWB zu buchen. Gestern erhielt das Unternehmen weitere 37 feste Bestellungen für den Hoffnungsträger. Damit steigt die Zahl der festen Orders für die A 350 XWB auf 157 Stück. Doch noch immer hängt Airbus ein ganzes Stück Konkurrenz Boeing hinterher, die für die 787 bereits über 600 Bestellungen in den Büchern hat.

Nach Orders von US Airways und Qatar hat gestern Aeroflot seine Kaufabsicht über 22 A 350 XWB vom März in eine feste Bestellung umgewandelt. Ferner bestätigte die indische Fluggesellschaft Kingfisher seine Order von 15 Maschinen des Typs und stockte die Bestellung um fünf weitere Exemplare auf. Darüber hinaus hat die libysche Gesellschaft Afriqiyah Airways seine Kaufabsicht für sechs der neuen Langstreckenjets bekundet und eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Der Chef von Kingfisher, Vijay Mallya, wollte keine Details nennen, in welcher Form Airbus der indischen Airline bei den Bestellungen entgegen gekommen ist. „Wir sind mit den Vereinbarungen sehr zufrieden“, sagte er nur auf eine Pressekonferenz. Finnair, einer der ersten festen Kunden für die überarbeitete A 350 XWB, soll nach Brancheninformationen die Flugzeuge zum selben Preis wie die alte A350 bekommen.

Mit den Langstreckenflugzeugen will Kingfisher den internationalen Flugverkehr ausbauen und gegen die staatlichen Rivalen Air India und Jet Airways antreten. Dazu kaufte Kingfisher ferner zehn Langstreckenjets des älteren Typs A 330-200 und fünf vierstrahlige A 340-500 sowie zwanzig A 320-Mittelstreckenflugzeuge. Die gestern bekannt gegebene Order hat einen Katalogwert von 7,3 Mrd. Dollar. Mit insgesamt 176 bestellten Airbus-Flugzeugen ist die indische Kingfisher der größte Einzelkunde des Flugzeug-Konstrukteurs. Darunter sind auch fünf Stück des Riesen-Airbus A 380.

Die Flotte aller indischen Airlines umfasst nach Angaben des indischen Verkehrsministers gerade mal 300 Flugzeuge. „Und nur ein Prozent der Bevölkerung fliegt derzeit einmal pro Jahr.“

Airbus setze wie am Montag auf den PR-Effekt und hielt insgesamt sechs Pressekonferenzen ab, auf den zum Teil aber nur bereits bekannte Vorbestellungen in feste Orders umgewandelt wurden. Für das Airbus-Management geht es darum, nach dem Hickhack um den Restrukturierungsplan Power 8 neue Zuversicht zu zeigen. „Airbus is back“, war daher das Leitmotiv auf der Pressekonferenz am Dienstag von Airbus-Chef Louis Gallois. Das Unternehmen hofft, in diesem Jahr „über 600“ feste Bestellungen zu verbuchen. 2006 verkauften die Europäer noch 824 Flugzeuge.

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